Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 8

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Würzburger Tor in Uffenheim – gesehen von der alten Post

Uffenheim

Uffenheim (nach dem Personennamen >Uffo<) liegt von Bad Windsheim aus in nordwestlicher Richtung und ist eine fränkische Siedlung des 6. Jh., die im 13. Jh. an die Hohenlohe kam, welche den befestigten, stadtähnlichen Ort 1378 aufgrund finanzieller Probleme an die Burggrafen von Nürnberg abgeben mussten. Uffenheim erhielt 1349 das Stadtrecht. Bis zur Eingliederung durch Bayern im Jahr 1806 blieb der Verwaltungssitz bei der Markgrafschaft Ansbach. Anders als die im letzten Krieg zerstörte evangelische Stadtpfarrkirche (Marktplatz), die 1953 durch einen historisierenden Neubau ersetzt wurde, enthält die evangelische Spitalkirche (Spitalplatz) noch historische Denkmäler. Um 1360 gebaut, 1710/11 durchgreifend geändert, besitzt die Kirche Emporen an drei Seiten. Während Altar und Orgel vor 1720 etwas derb von einem unbekannten Meister gearbeitet wurden, hatte schon 1610 Georg Brenck d. Ä. die gute Kanzel geschaffen.

Das ehemalige Schloss, an der Stelle einer 1462 abgebrannten Wasserburg erbaut, ist eine unregelmäßige Anlage mit Teilen aus verschiedenen Epochen: Der Torturm stand 1462, Südflügel und westlicher Nordflügel stammen aus der Zeit vor dem Westfälischen Frieden von 1648, der östliche Nordflügel wurde 1737-52 errichtet. Beim früheren Rathaus (Marktplatz 16) handelt es sich um einen turmartigen Bau mit vier Geschossen aus der Mitte des 18. Jh. Zur gleichen Zeit ist der von Johann David Steingruber entworfene, in die Treppe vor der >neuen< Pfarrkirche eingefügte Markgrafenbrunnen (1749) mit dem Relief zweier Adler entstanden.

Die Mauer der 1333-47 errichteten Stadtbefestigung ist bis auf wenige Durchbrüche erhalten, aber stark in Wohnhäuser verbaut worden. Das Ansbacher Tor (Ansbacher Str.), im Kern aus dem 14. Jh., bekam später ein Walmdach mit Reiter, das Außentor (Barba- kane) 1746/47 ein Fachwerkobergeschoss. Dem ebenfalls aus dem 14. Jh. stammenden Würzburger Tor (Würzburger Str.) wurde sein massives Obergeschoss mit Zwiebeldach und Laterne schon 1696 aufgesetzt.

Oberhalb von Uffenheim (nördlich) grüßt am Anstieg des Steigerwalds Schloss Frankenberg. Dieses Schloss wurde 1254 als Burg Vorderfrankenberg gegen die nur wenige hundert Meter entfernte Burg Hinterfrankenberg (um 1200) aufgerichtet, weil der Nürnberger Burggraf dem Bischof von Würzburg mit einer eigenen Burg Paroli bieten wollte. Das heutige Schloss Frankenberg erhielt sein Gepräge ab 1530 und wurde 1720 innen zu einer kleinen Residenz umgestaltet. Die Burg Hinterfrankenberg, die nur noch eine Ruine ist, versteckt sich idyllisch im Wald (nordöstlich).

Auf dem Wege nach Scheinfeld, das nordöstlich von Uffenheim liegt, lohnt sich ein Abstecher nach Ullstadt zum Schloss der Freiherren von Franckenstein, das von Johann Dientzenhofer 1718-25 anstelle einer Wasserburg gebaut wurde. Das stattliche, zweigeschossige Gebäude mit Mezzanin um einen engen Lichthof wurde 1747-50 auf Veranlassung des Bamberger Fürstbischofs Philipp Anton von Franckenstein durch Johann Michael Küchel um zwei Flügel erweitert, sodass ein wirkungsvoller Ehrenhof entstand. Die beiden Allegoriefiguren von Krieg und Frieden in den Nischen der Kopfbauten arbeitete 1750 Ferdinand Dietz, von dem auch die Trophäen und Wappenlöwen auf den Säulen des Abschlussgitters stammen.

Das Schloss im nahen Sugenheim geht auf eine spätmittelalterliche Anlage zurück und wurde 1844 im Tudorstil umgestaltet.
Über dem 795 erwähnten Ort Scheinfeld lag auf einer Bergzung die Burg Schwarzenberg, die 1385 von den Rittern (späteren Grafen) von Seinsheim erworben wurde. Nach ihr benannte sich eine Seitenlinie der Seinsheim, die 1670 gefürstet wurde und am Oberrhein, in Österreich und Böhmen begütert war: die Fürsten zu Schwarzenberg. Die durch einen Halsgraben gesicherte Burg brannte 1607 größtenteils ab. Der Neubau wurde 1607-18 von Vater und Sohn Jakob Wolff aus Nürnberg besorgt. Kommt man von Scheinfeld herauf, so entdeckt man im äußeren Schlosshof die 1646 erbaute Brauerei und Burgvogtei. Gegenüber wurde im späten 18. Jh. der lang gestreckte Beamtenbau errichtet. An der Südseite trutzt der mächtige, aus Rustikaquadern hochgezogene Schwarze Turm (1671-74). Vor ihm lagert die Schlosskapelle Hl. Drei Könige (1610-16).

Ein ausgedehnter Blick bietet sich von der zum Schloss erweiterten Burg auf die Stadt und den Steigerwald, ln Scheinfeld (Stadt seit 1415) drunten verdient die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt Erwähnung, ein Werk des Würzburger Baumeisters Johann Philipp Geigel aus den Jahren 1766-71. Durch Schloss Schwarzenberg verläuft der historische Kunigundenweg, der als Wanderweg gekennzeichnet ist und im Mittelalter eine Verbindung zwischen dem Hochstift Bamberg und seinen Besitzungen im unterfränkischen Aub war, mit welchen Kaiser Heinrich II. das von ihm gegründete Bistum ausgestattet hatte. Der Weg ist nach Kaiserin Kunigunde, seiner Gemahlin, benannt.

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Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 7

Bad Windsheim

Die Siedlung, aus einem Königshof gewachsen, kam als Erstausstattung 741 ans Bistum Würzburg. Nach 1200 legte das Hochstift Würzburg den Ort zum Schutz einer Befestigung im Aischtal an. 1280 zur Stadt erhoben, war Windsheim ab 1433 freie Reichsstadt und wurde nach 1379 mit einem erweiterten Mauerring umgürtet. 1810 fiel Windsheim an Bayern; im 19. Jh. wurde die Befestigung abgebrochen. Eine erste Mineralquelle wurde 1897 entdeckt.

Die evangelische Stadtpfarrkirche (ehedem St. Kilian) ist ein Gebäude aus der Zeit nach 1400. Das Langhaus der Kirche, erst Mitte des 15. Jh. fertig gebaut, brannte 1730 aus. Unter der Leitung von Johann David Steingruber wurde eine Predigtkirche mit Doppelemporen in den Seitenschiffen errichtet, wobei man die alten Umfasungsmauern nutzte. 1739 wurde der im Mittelalter unvollendete Nordturm erhöht und in den Obergeschossen mit Pilastern und Säulen gegliedert. Der niedrig gebliebene mittelalterliche Südturm mit seinem achteckigen Kranzgeschoss wurde teilweise ins Rathaus ein-bezogen. Die Innenausstattung der Kirche stammt aus den Jahren des Wiederaufbaus im 18. Jh.

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Kornmarkt in Bad Windsheim

Das Rathaus, nach Plänen von Gabriel de Gabrieli 1713-17 gebaut, hat eine prächtige Fassade mit neun Achsen, wobei das Erdgeschoss von Arkaden durchbrochen ist. Die Durchfahrt in der Mittelachse ist von Doppelsäulen gerahmt, die Fassade von ionischen Kolossalpilastern gegliedert, die über zweieinhalb Geschosse reichen. Bad Windsheim besitzt eine Reihe guter Fachwerkbauten. Ein Höhepunkt spätmittelalterlicher Ständerbauweise ist der Städtische Bauhof (Holzmarkt 12; im Süden der Altstadt), ein kräftiger Bau der Jahre 1441/42 mit steilem Walmdach. Der Ochsenhof (der alte markgräfliche Getreidekasten, 1537) in der nahen Seegasse (Nr. 27), der im 17./18. Jh. mit einem neuen Dachstuhl ausgerüstet wurde, beherbergt das Heimatmuseum. Ebenfalls in der Seegasse befindet sich die evangelische Nebenkirche St. Maria am See, ein Saalbau, der um 1400 entstanden ist. Von der Seegasse aus gelangt man über den Weinmarkt zur Rothenburger Straße und damit zur Spitalkirche aus dem 14. Jh. (evangelisches Kirchenmuseum).

Das beliebte Fränkische Freilandmuseum zeigt von anderen Orten hierher versetzte, originalgetreu wieder errichtete Bauern- und Handwerkerhäuser aus verschiedenen fränkischen Landschaften und mehreren Jahrhunderten. Die Häuser sind vorzüglich restauriert und hübsch anzusehen; dennoch handelt es sich um eine fragwürdige Art der Denkmalpflege, weil es sicher besser wäre, die Gebäude in ihren Ursprungsorten zu belassen und dort zu schützen und zu pflegen.

Bevor man sich nach Uffenheim oder noch einmal in den Steigerwald begibt, bietet sich auch ein Abstecher in westlicher Richtung an, und zwar an der Aisch entlang (Aischtalradweg), die südwestlich von Bad Windsheim entspringt (nahe der Kreuzung der B 470 und der B 13). Ihr Name ist vermutlich keltischen Ursprungs und geht auf das Wort >eisko< zurück, das >fließendes Wasser< bedeutet und Fischreichtum verheißt, als wären damals schon die Aischgründer Spiegelkarpfen bekannt gewesen. Die Karpfenzucht beginnt im Aischgrund freilich erst im Mittelalter.

An der Burg Hoheneck (16./17. Jh.) vorbei und durch die Orte Ipsheim und Birkenfeld führt der Weg nach Neustadt an der Aisch. In Ipsheim sollte man es nicht versäumen, ein Kleinod aufzusuchen, nämlich ein barockes Weiherhäuschen aus dem Jahr 1733, das auf einem mittelalterlichen Burgstall errichtet wurde. Von der Pfarrkirche (1692; Westturm um 1400) aus folgt man dazu der nahen Schulstraße. In Birkenfeld hat vor allem die Kirche noch viel von ihrem ursprünglichen Charakter bewahrt, als Zisterzienserinnen hier anwesend waren. Das Kloster existierte seit dem Ende des 13. Jh., wurde aber mit dem Einzug der Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jh. aufgelöst. Die Kirche und die sich anschließenden Klostergebäude stammen in ihrem Kern aus dem 13./14. Jh.

Die Stadt Neustadt an der Aisch (Stadtrecht seit der ersten Hälfte des 14. Jh.) reicht in ihrer Geschichte bis auf einen im Jahr 741 erwähnten Königshof zurück. Für die Markgrafen bedeutete Neustadt ein wichtiges Verwaltungszentrum. 1810 fiel die Stadt an Bayern. Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptista bildet das kirchliche Zentrum. Die dreischiffige Hallenkirche entstand im frühen 15. Jh. Beachtenswert ist der spätgotische Altaraufsatz des Hochaltars. Die Reliefs, die das Leben Jesu zum Thema haben (Ölberg, Kreuzigung, Auferstehung und Abendmahl), sind nicht, wie früher angenommen, eine niederländische, sondern eine Nürnberger Arbeit, was neuere Forschungen belegen. Das Wohnhaus Kirchplatz 3 wurde um 1400 als Beinhaus mit einer Kapelle erbaut. Das Öber- geschoss wurde 1557 hinzugefügt.
Das weltliche Zentrum bildet der Marktplatz mit dem 1711-15 von Johann Georg Kannhäuser errichteten Rathaus, einem dreigeschossigen Bau, der durch seine Arkaden besticht. 1947 ist er im Inneren ausgebrannt. Das Alte oder Innere Schloss (Untere Schlossgasse) ist im 15. Jh. als Wasserschloss entstanden, wurde in späterer Zeit aber mehrfach verändert. Vom Neuen Schloss (Schlossplatz), das 1906 ebenfalls bei einem Brand zerstört wurde, blieb nur der Renaissance-Treppenturm erhalten. Von der Stadtbefestigung des 15. Jh. sind noch das Nürnberger Tor und sechs Mauertürme vorhanden.

Romanik ist im benachbarten Münchsteinach zu sehen (nördlich). Die ehemalige Benediktinerabtei wurde im 12. Jh. begründet und stand in Verbindung mit dem Schottenkloster in Regensburg, ja vielleicht sogar mit dem südirischen Kirchenzentrum und Königssitz Cashel. Neben der dreischiffigen Pfeilerbasilika sind noch einige Klostergebäude erhalten, etwa das Schlösschen (um 1520) oder das Torhaus (18. Jh.).

Über Dachsbach, das in Goethes Schauspiel >Götz von Berlichingen< Erwähnung findet und mit dem verbliebenen Wohnturm einer Wasserburg des 13. Jh. noch Mittelalter atmet, erreichen wir schließlich Höchstadt an der Aisch. Der 1003 erstmals genannte Ort (Stadt seit dem 14. Jh.) besitzt eine sehenswerte Pfarrkirche (St. Georg; im Kern 14. Jh.; 1728-30 barockisiert), einen Stadtturm des späten Mittelalters, ein hervorragend restauriertes Brauhaus von 1741 (Obere Brauhausgasse 6) und ein Schloss, das in seinen Anfängen aufs 13. [h. zurückgeht und von Johann Dientzenhofer 1713 umgestaltet wurde. Der moderne Anbau davor wirkt störend. Auf der Flussseite bestehen reizvolle Durchgänge unter den hohen Stützmauern des Schlosses. Die Alte Aischbrücke entstammt dem 17./18.Jh.

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Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 6

Schloss Schillingsfürst

Die heutige Anlage ist drei früheren Burgen nachgefolgt, die in verschiedenen Kriegen zerstört wurden, so etwa im Bauernkrieg (1525) und im Dreißigjährigen Krieg (1632). Danach waren Frankenheim (Name der Talsiedlung) und Schillingsfürst (Siedlung um die Burg) so entvölkert, dass die Hohenlohe Siedler mit Vergünstigungen anlockten; sie erhielten z. B. 1757 unentgeltlich Land und Bauholz sowie Steuerfreiheit bis ins dritte Glied.

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 Hof des Schlosses Schillingsfürst

Das bergbeherrschende Schloss, das aus der Ferne wie eine Festung erscheint, wurde 1705-40 hauptsächlich von dem Architekten Louis Remy de la Fosse errichtet. Als Vorbild für die Dreiflügelanlage nahm er das alte Stadtschloss in Madrid. Vorbei an Häusern des 17.-18. Jh. (z. T. die Wirtschaftsgebäude) gelangt man über eine steinerne Brücke (18. Jh.) vor ein prächtiges französisches Schmiedeeisen-Gitter (18. Jh.), das den stillen Ehrenhof abschließt. Aus dem hellgelben Verputz treten die Portal- und Fenstersteine aus gelbem Sandstein nur wenig hervor. Beim fünfachsigen Quergebäude ist die Mittelachse durch flankierende Sandsteinpilaster hervorgehoben, durch einen Balkon im zweiten Obergeschoss markiert und durch einen wappenbesetzten Bogen in der Dachregion gekrönt.

Die Treppenhäuser und die großzügig bemessenen Innenräume, alle an Gängen gelegen, die um den Hof ziehen, tragen feinen, unaufdringlichen Stuck. Im Oberstock befinden sich einige sehenswerte Räume. Hervorzuheben sind der Rote Salon mit einem prächtigen weißen Porzellanofen und der Gobelinsalon mit zwei französischen Gobelins. Unter den Räumen, die mit der Einrichtung ihrer Bewohner unverändert belassen wurden, sind einige mit historischen Persön-lichkeiten verbunden. Das im Geschmack des Biedermeier mit klassizistischen Zügen eingerichtete Schlafzimmer gehörte der Prinzessin Chariclee Ypsilanti (gest. 1912), deren Vorfahre Aleksandros d. J. (1792-1828) zu den Anführern des griechischen Aufstands gegen die Türken 1821 zählte und im Exil zu Wien starb. Unberührt blieb das Zimmer des Kurienkardinals Gustav Adolf Prinz zu Hohenlohe- Schillingsfürst (1823—96), der auf dem Ersten Vatikanischen Konzil (1870) zu den entschiedenen Gegnern des Unfehlbarkeitsdogmas gehörte. Er war der Mäzen des Virtuosen und Komponisten Franz Liszt (1811-86). Der Kardinal setzte seinem Freund ein Denkmal (nach 1900) in dem an den Hofgarten (frühes 18. Jh.) sich anschließenden Kardinalsgarten (um 1870/80).

In der Stadt unterhalb des Schlosses steht die Kreuzerhöhungskirche, ein Saalbau der Jahre 1677-83 (Turm von 1835). Das angefügte ehemalige Franziskanerkloster wurde im 18. Jh. errichtet.

Unweit der Stadt (südöstlich) liegt Kloster Sulz, ein ehemaliges Prä- monstratenserinnenkloster, dessen Gebäude aus dem 14. Jh. noch erhalten sind. Von Schillingsfürst aus stößt man bei Rothenburg o. d. Tauber wieder auf die Romantische Straße, die über Tauberbischofsheim weiterverfolgt werden kann. Über Burgbernheim kommt man an die südlichen Ausläufer des Steigerwalds und auf Bad Windsheim zu. Burgbernheim, schon 742 als karolingisches Königsgut erwähnt, wird vom Kappelberg geprägt. An der steilen Hanglage erheben sich die evangelische Stadtpfarrkirche St. fohannis (Lang-haus 1876 neugotisch erweitert) mit ihrem romanischen Portal des 12. Jh. sowie die erhaltenen Reste der ehemaligen Kirchenburg aus dem 16. Jh.

Im näheren Umland von Burgbernheim kann man an die Quellen von Altmühl, Fränkischer Rezat und Aisch wandern oder den früheren Kurort Wildbad besuchen, dessen Blütezeit im 18. Jh. lag. Schon im Mittelalter als Mineralbad bezeugt, besticht es durch das kleine von Karl Christian Riedel im Auftrag von Markgraf Carl Alexander 1789 erbaute Schloss. Des weiteren gibt es hier ein Kurhaus (1718), ein Gasthaus (1621) und ein Badehaus (1864) zu sehen.

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Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 5

Feuchtwangen

Kernzellen der Siedlung waren ein fränkischer Königshof und ein karolingisches Kloster, das 817 erwähnt wird. 1197 wurde es in ein Ko 1 legiatstift umgewandelt, dessen Chorherrn in eigenen Häusern wohnten, die rings um die Stiftskirche gebaut worden waren. Die bürgerliche Siedlung wird erstmals 1241 Stadt genannt und kann sich nach dem Untergang der Staufer zur Reichsstadt ausbilden. Die Freiheiten einer Reichsstadt büßte Feuchtwangen jedoch 1376 wieder ein, als Kaiser Karl IV. die Stadt für 5000 Gulden an den Nürnberger Burggrafen Friedrich V. verpfändete. Da die Stadt vom Kaiser und seinen Nachfolgern niemals ausgelöst wurde, der Burggraf aber vom Bischof von Würzburg die Schutzvogtei über das Stift erhalten konnte, wurde Feuchtwangen Besitz der Zollern und blieb es bis zum Übergang an Bayern 1806. 1528 wurde die Reformation eingeführt, das Stift schließlich 1563 aufgehoben. Die recht gut erhaltene Stadtbefestigung wurde ab 1395 bis nach 1450 geschaffen.

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Eine Ecke von Feuchtwangen Marktplatz

Den Marktplatz der nördlich von Dinkelsbühl gelegenen Stadt beherrscht nicht das Rathaus (1520; 1817 umgestaltet), sondern die Stiftskirche (14.-16. Jh.). Bedeutend ist das Portal zwischen den Türmen, Zeuge der romanischen Basilika. Während das Langhaus im 16. Jh. stark verändert wurde, blieb der Chor des 14. Jh. erhalten. Vor dem mittleren Chorfenster steht ein Altar von 1484, dessen Schrein mit einer lieblichen Madonna ein unbekannter Nürnberger schnitzte; die Flügelbilder mit Szenen aus dem Marienleben malte Michael Wohlgemut. Das wertvolle Chorgestühl, um 1500 geschnitzt, stammt wohl aus dem schwäbischen Bereich. An den Kirchenbau schließt sich ein spätromanischer Kreuzgang mit seinen klaren Bögen an, die im Wechsel auf drei Rundsäulen und einem kantigen Pfeiler aufsitzen.

Dicht neben der Stiftskirche steht die Johanniskirche. Sie besitzt im Turmuntergeschoss noch ältere romanische Teile als die Stiftskirche. Das gotische Langhaus (14. Jh.) weist eine gotische Kanzel, einen Taufstein und ein Sakramentshäuschen sowie gotische Fresken in den Gewölbekappen auf (alles 15. Jh.). Der Chor mit dem Chorturm wurde ebenfalls im 15. Jh. errichtet.

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Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 4

Dinkelsbühl

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 Die ehemalige Reichsstadt Dinkelsbühl

Westlich von Weißenburg und Gunzenhausen und dem bei Wassersportlern beliebten Fränkischen Seenland liegt Dinkelsbühl. In der Niederung und an einer Furt über die Wörnitz entstand die Siedlung eines legendären Dingolt, auf den man den Ortsnamen zurückführt (928 als Oppidum bezeugt). Der Name könnte aber auch auf den Dinkel-Anbau zurückgehen. Im 12. Jh. geriet Dinkelsbühl in die Hand der Staufer. Seit 1335 war die Stadt eine freie Reichsstadt.

Dinkelsbühl besitzt heute noch einen unversehrten Mauerring (mit 18 Türmen), der im 14. und 15. Jh. angelegt wurde, und einen kaum angetasteten Häuser- und Straßenbestand. Vier Tore sind zu sehen: das Wörnitztor im Osten (13./14. Jh.), das Nördlinger Tor im Süden (vor 1425), das Segringer Tor im Westen (1655) und das Rothenburger Tor im Norden (vor 1390).

Vom Marktplatz aus kann man in die leicht geschwungenen Straßenzüge hineinschauen, in denen die Fachwerkhäuser überwiegen. Zu besehen sind die frühere Ratstrinkstube (Segringer Str. 2), ein dreigeschossiger Bau mit hohem Staffelgiebel aus der Zeit um 1600; die Schranne (Weinmarkt 7), ein Steinbau mit zierlichem Renaissancegiebel aus dem 17. Jh., in dem alljährlich die >Kinderzeche< aufgeführt wird; oder dazwischen das Deutsche Haus (Ende 16. Jh.; Weinmarkt 3), der vielleicht schönste fränkische Fachwerkbau, schräg gegenüber von St. Georg. Über dem sandsteinernen Sockel kragen drei Obergeschosse vor, die einen mächtigen dreistöckigen Giebel tragen. Reiches Schnitzwerk überzieht die Balken, die von Schnitzfiguren gestützt erscheinen.

Nun betreten wir die Stadtpfarrkirche St. Georg (1448-99). Die Stadt setzte ihren Ehrgeiz daran, für die große Hallenkirche auch den bekanntesten Architekten zu bekommen. Nikolaus Eseler, der seit 1446 in Nördlingen St. Georg baute, wurde dafür gewonnen; sein Sohn Nikolaus löste ihn 1463 in der Bauleitung für die großzügige Anlage mit ihren rund 77 m Länge ab. Beim Westturm wurden die romanischen Untergeschosse (ab 1220) und die frühgotischen Mittel-geschosse vom Vorgängerbau übernommen; das Glockengeschoss wurde Anfang des 16. Jh. aufgesetzt, das Oktogon 1550. Ein Turmstumpf (1469) an der Chornordseite beweist, dass man einen Campanile im Sinne hatte, doch war die finanzielle Kraft um 1500 erschöpft. Mit dem Westturm blieb auch das hervorragende romanische Westportal erhalten.
Die äußerlich schlichte Kirche überrascht im Innern durch die im hellen Licht stehenden Pfeiler. Langhaus und Chor bilden eine Einheit aus zehn Jochen; die Seitenschiffe sind um den Chor herumgeführt. Geblieben sind das hohe zierliche Sakramentshäuschen am Aufgang zum Chor, das der Ratsbürger Konrad Kurr und seine Ehefrau 1480 aufrichten ließen, sowie die zierliche Kanzel und der Taufstein aus derselben Zeit. Der Hochaltar hat zwar nun ein neugotisches Gehäuse, doch bewahrt dieses eine spätgotische Kreuzigungstafel. Die neugotischen Seitenaltäre des hl. Sebastian und des hl. Kreuzes enthalten noch spätgotische Teile. Die Holzfiguren des Dreifaltigkeitsaltars sind Arbeiten des 15./16. Jh.; der Ziboriumaltar im Chorumgang wurde um 1490 gefertigt.
ln Richtung Wörnitzer Tor gelangt man zum Alten Rathaus (Altrathausplatz 14), einem Quaderbau des 14. Jh., der im 16. Jh. erweitert wurde. Auf der anderen Seite des nahen Ledermarkts befindet sich das ehemalige Karmelitenkloster (Klostergasse 1), eine Dreiflügelanlage der Jahre 1700-22. Die Kirche des Klosters wurde 1840-43 durch die evangelische Stadtpfarrkirche ersetzt. Folgt man der Klostergasse weiter, so stößt man an der Föhrenberggasse (Nr. 30) auf das alte Deutschordenshaus – den früheren Stadtsitz des Deutschen Ordens eine Vierflügelanlage mit einem dreiteiligen, schlossähnlichen Mittelbau, die 1752-64 von Matthias Binder errichtet wurde.

Anschließend geht es die Föhrenberggasse entlang auf die Segrin- ger Straße und das Neue Rathaus (18. Jh.) zu, um hinter dem Rathaus links in die Koppengasse einzubiegen, die uns zum alten Kornhaus (1508) der Stadt führt. Rechts davon, im Kapuzinerweg, befinden sich das ehemalige Kapuzinerkloster (im Kern 17. Jh.) und seine Kirche von 1624. Wiederum rechter Hand gelangt man über den Russelberg und die Russelberggasse direkt zum Heilig- Geist-Spital (mit dem Heimatmuseum), das bereits um 1280 begründet wurde und dessen alte Bausubstanz aus dem 14.-18. Jh. stammt. Die evangelische Spitalkirche entstand ab 1380 (bis ins 16. Jh.; barockisiert).

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Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 3

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Pappenheim Altstadt, Altmühltal

Pappenheim

Nur wenige Kilometer flussaufwärts umschließt eine enge Schleife der Altmühl die Stadt Pappenheim, die 802 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen erstmals erwähnt wird. Pappenheim war der Sitz eines gleichnamigen Geschlechts von Reichsmarschäl- len, deren Aufstieg zur Zeit der Kreuzzüge begann und die durch ein von Marschall Gottfried Heinrich von Pappenheim im Dreißigjährigen Krieg geführtes Kürassierregiment in Schillers >Wallenstein< noch zu nachträglichem literarischen Ruhm gelangen sollten: die »Pappenheimen. Das Grafengeschlecht hat der Stadt ihren Residenzcharakter gegeben. 1806 kam Pappenheim an Bayern.

Die den Ort überragende Burg, die seit dem Dreißigjährigen Krieg verfallen ist, wurde bereits im 11. Jh. begonnen und später erweitert. Zu den ältesten Teilen zählen der Bergfried und die Überreste der Burgkapelle. Die erhaltenen Teile der Stadtbefestigung stammen aus dem 14./15. Jh., wobei allerdings von ehemals drei Toren nur noch ein Stadttor, das Obere Tor (Klosterstr.), vorhanden ist. Direkt daran schließen sich die Klosterkirche Heilig Geist und die Gebäude des ehemaligen Augustinereremitenklosters an, das 1372 durch Heinrich von Pappenheim gestiftet wurde. Die Klostergebäude sind im 14. Jh. entstanden, wurden aber stark verändert; die Kirche wurde 1493 fertiggestellt. Der Hauptaltar ist eine Arbeit der Zeit um 1500. Gut erhalten ist auch das Chorgestühl aus dem 15. Jh. Viele Grab-denkmale der Pappenheim gehören zur Ausstattung der Kirche, die im Jahr 1700 zudem die Gruftkirche der Grafen wurde.

Am Marktplatz trifft man auf das Neue Schloss, eine Dreiflügelanlage der Jahre 1819/20, die kein Geringerer als Leo von Klenze entworfen hat. Das Rathaus entstammt in seinem Kern dem späten 16. Jh. Nur um die Ecke, nämlich in der Graf-Karl-Straße, stehen die evangelische Pfarrkirche St. Marien (1476), die ebenfalls Grabmale der Pappenheim enthält, und das Alte Schloss, das im 16. Jh. erbaut, aber danach verändert wurde. Der Schlosspark zur Altmühl hin war im 19. Jh. als englischer Park angelegt worden.

Außerhalb der Altstadt und auf der anderen Altmühlseite gelegen, findet sich an einem bis aufs Mittelalter zurückgehenden Friedhof das älteste Bauwerk der Stadt, die dreischiffige Kirche St. Gallus (Dechantshof). Wahrscheinlich wurde sie bereits im 9. Jh. errichtet; im 13.-15. Jh. wurde sie erweitert. Der Name deutet darauf hin, dass das besagte Kloster St. Gallen in dieser Gegend Besitztümer hatte. Neben den Fresken des 14./15. Jh. sind der spätgotische Flügelaltar (vor 1520), das Sakramentshäuschen (1486) und das Gestühl aus dem 15. Jh. bemerkenswert.

Schon im Mittelalter lebten Juden in Pappenheim, die unter dem Schutz der Marschälle standen. An der Bürgermeister-Ruckwid- Straße (die gegenüber von St. Gallus zur B 2 führt) befinden sich zwei jüdische Friedhöfe, wobei der Friedhof rechts von der Straße aus dem 12. Jh. ist und als einer der ältesten in Europa gilt.

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Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 2

Weißenburg

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Ellinger Tor zu Weißenburg

Kommt man von Ellingen auf Weißenburg zu, dann weist das mittelalterliche Ellinger Tor den Zugang zur Stadt. Gebaut wurde das Tor im 14. Jh. samt weiterer Tore und zahlreicher Wehrtürme, als das erweiterte Weißenburg ummauert wurde (14./15. Jh.). Dank ihrer Kaisertreue hatte die Stadt zunehmend Vorrechte erhalten und von Ludwig dem Bayern den Reichswald geschenkt bekommen, den Grundstock ihres Wohlstands. Kaiser Karl IV. bestätigte alle Rechte und gab 1377 der Reichsstadt eine Verfassung nach Nürnberger Muster. Die erste Ansiedlung ist jedoch weitaus älter. Im weiten Becken hatten bereits die Römer das Kastell Biriciana errichtet. Der südwestdeutsche Limes wurde ab der Mitte des 2. Jh. n. Chr. ange-legt. Das Nordtor des Kastells (nach 270 zerstört) ist rekonstruiert worden, die Thermen, ein großes Militärbad, wurden freigelegt und sind als Museum zugänglich. Die Bodenfunde – vor allem der 1979 entdeckt römische >Schatz<, der bei den Alemanneneinfällen vergraben wurde (nach 233) – sind in einem Zweigmuseum der Prähistorischen Staatssammlung zu finden (Dr.-Martin-Luther-Platz 3).

Die Altstadt Weißenburgs wird von der Andreaskirche beherrscht, die neben ihrem gotisch hochstrebenden Ostturm (1520) noch einen niedrigen Nordturm besitzt. Den Haupteingang krönt ein Tympanon um 1430. Vom 1327 vollendeten Langhaus wendet sich der Chor aus der Zeit um 1440 leicht zur rechten Seite hin. Wertvoller als die spätgotischen Altäre ist ein romanisches Vortragekreuz, das zum Kirchenschatz gehört. Unter den Ölbildern fällt ein Confessiobild von 1606 auf, das rechts unten Kurfürst Johann von Sachsen zeigt, wie er 1530 Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag die Bekenntnisschriften überreicht. Weißenburgs Abgesandter ist am weiß verbrämten Pelzmantel zu erkennen. Dargestellt werden im Mittelteil geistliche Handlungen wie Abendmahl, Taufe, Beichte, Predigt, Trauung, Christenlehre und auch das Musizieren der Chorschule. Auf den Flügeln stehen sich die Schilderung der Feier des Passahmahls und die des letzten Abendmahls Jesu gegenüber.

Das gotische Rathaus der Reichsstadt, ein Sandsteinquaderbau (Marktplatz), wurde 1470-76 errichtet und im 16. Jh. durch einen Archivturm ergänzt. In der Luitpoldstraße prunken stattliche Häuser mit barocken Fassaden, während das ehemalige Karmelitenklo- ster mit seiner Kirche eher schlicht gehalten ist (beide im Kern 14. Jh.). Im Chor der Kirche wurde ein gotisches Fresko mit der seltenen Darstellung der hl. Kümmernis freigelegt. Am Denkmal für Kaiser Ludwig (1903) vorbei erreichen wir die Stadtmauer und ihr schönstes Teilstück am Seeweiher. Der Weg führt an bewohnten Tür-men entlang zur Frauentorstraße, danach zurück in die Altstadt und zum ehemaligen Augustinerinnenkloster (im Kern 13. Jh., Umgestaltungen bis ins 19. Jh.; Friedrich-Ebert-Str. 18). Den Turm der nahen Spitalkirche (Friedrich-Ebert-Str.), dessen Untergeschoss aus der ersten Stadtbefestigung stammt, hat Gabriel de Gabrieli gestaltet. Die Kirche aus dem 15. Jh. wurde 1729 barock umgebaut.

Südwestlich gelegen und etwa 200 m über der Stadt erhebt sich auf dem Wülzburger Berg die gleichnamige Renaissancefestung Wülzburg, ein einzigartiges Denkmal der Festungsbaukunst des späten 16. Jh. Zuvor stand dort ein im 11. Jh. gegründetes Benediktinerkloster. Markgraf Georg säkularisierte den geistlichen Besitz und richtete 1537 eine weltliche Verwaltung ein. Markgraf Georg Friedrich ließ 1588 an der südöstlichsten Spitze der Markgrafschaft Ansbach eine Festung nach dem italienischen Bastionsystem und dem Vorbild der Plassenburg bauen, trotz des heftigen Protests der Nachbarn, der Deutschordenskommende Ellingen, der Reichsstadt Weißenburg, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt. Für sie war die von Georg Berwart d. Ä. und seinem Sohn Blasius errichtete Festung ein Pfahl im Fleisch. Da sie aus Geldmangel noch nicht vollendet war, konnte Tilly sie 1631 einnehmen. Bis Kriegsende blieb sie in der Fland der kaiserlichen Truppen, die alle Blockaden überstanden und die Stadt Weißenburg beschossen. Der alte Schlossbau wurde durch einen Brand zerstört, »weil der Köchin das Schmalz in der Pfanne brennend worden«; er wurde nach 1659 wieder aufgebaut. Die Festung kam 1791 an Preußen, 1802 an Bayern, war unter anderem Kaserne und Kriegsgefangenenlager.

Der zweiflügelige Hauptbau des Schlosses öffnet sich zu einem breiten Platz mit einer großen Zisterne (1825-30). Die Anlage wird von mächtigen Bastionen und einem architektonisch reich gegliederten Schlosstor umgeben und bildet in ihrem Grundriss ein Fünfeck.
Westlich der Wülzburg liegen der Limes oder der Ort Nennslingen mit seiner mittelalterlichen Kirchhofmauer und der Marienkirche des 15. Jh. sowie in südlicher Richtung das Altmühltal, wo sich ein Ausflug in die Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt anbietet. Oder man begibt sich von dort aus nordöstlich nach Greding und damit wieder nach Franken (das man vor Eichstätt verlässt), denn Mittelfranken reicht bis Greding. Die Geschichte der Stadt, die heute noch eine sehr gut erhaltene Stadtbefestigung der Wende vom 14. zum 15. Jh. besitzt, beginnt mit einem Königshof, der 1064/65 erstmals urkundlich erwähnt wird. Am Marktplatz kann das barocke Rathaus von 1699 (Nr. 11) oder an der Ecke zur Nürnberger Straße das Fürst-bischöfliche Schloss von 1696 bestaunt werden sowie am Kirchberg die Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä., ein Saalbau der Jahre 1725-27. Höhepunkt aber ist die ehemalige Pfarr- und jetzige Friedhofskirche St. Martin mit der sich anschließenden Michaelskapelle aus dem 12. Jh., die im Untergeschoss ein Beinhaus beherbergt. In der Kirche St. Martin haben wir eine Basilika vor uns, die ebenfalls aus dem 12. Jh. stammt (die Turmuntergeschosse sind sogar aus dem 11. Jh.) und sich an der höchsten Stelle der Altstadt erhebt, dort, wo der alte Siedlungskern zu suchen ist. Sie enthält ganz ursprüngliche Wandmalereien, Heiligenfiguren des 14. Jh. und einen romanischen Taufstein.

Direkt an der Altmühl, also südlich von Weißenburg, liegt Solnhofen, das durch seine Steinbrüche, den Plattenkalk und den berühmten Urvogel Archaeopteryx, dessen Versteinerung hier gefunden wurde, bekannt ist. Der Urvogel sowie andere Fossilien sind im Bür- germeister-Müller-Museum zu bewundern, das zum Rathaus gehört (Bahnhofstr. 8). Eine andere Besonderheit sind die Reste der Sola- Basilika mit dem Sola-Grab (Senefelder Str.). Der heilige Sola war ein angelsächsischer Mönch (gest. 794), aus dessen klösterlicher Ein-siedelei die im Jahr 819 geweihte Basilika entstanden ist. Von dieser 1783 abgetragenen Kirche sind außer der Tumba des Heiligen nur noch wenige Mauerteile erhalten und der evangelischen Pfarrkirche (1783-85) angegliedert. Die Gebeine des heiligen Sola gelten seit der Reformation als verschollen.

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Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald

Nach Ellingen gelangen wir von Ansbach aus über die B 13 und die Stadt Gunzenhausen mit ihrer erwähnenswerten dreischiffigen evangelischen Stadtpfarrkirche (vor allem 15. Jh.) und ihren drei erhaltenen Türmen der Stadtbefestigung (Färber-, Storchen- und Blasturm; 14./15. Jh.). Von der Decke der Spitalkirche (1352 errichtet, Anfang des 17. und 18. Jh. erneuert) prangt farbenprächtig das markgräfliche Wappen. Der für seine Falkenjagd bekannte >Wilde Markgraf< Carl Wilhelm Friedrich (1712-57) machte Gunzenhausen zur Residenz. In seinem Oberamtshof (um 1621; im 18. Jh. verändert; Marktplatz 23) ist er gestorben.

Südlich von Gunzenhausen gelangt man an dem hoch über dem Tal aufragenden Schloss Spielberg (14./15. Jh.) vorbei zum ehemaligen Benediktinerkloster Heidenheim, das im Jahr 752 durch den hl. Wunibald (701-61) gegründet wurde (zusammen mit seinem Bruder Willibald). Die aus romanischer Zeit stammende, dreischiffige Pfeilerbasilika ist bekannt für ihre Grabmale, vor allem die des hl. Wunibald (1483) und der hl. Walpurga (13. Jh.; Grabplatte 1484). Walpurga (um 710-79) stand nach dem Tod ihres Bruders Wunibald dem Kloster Heidenheim als Äbtissin vor. Während der Reformation kam das Ende für die klösterliche Gemeinschaft. Die Türme und der Westgiebel mussten in der zweiten Hälfte des 19. Jh. wegen Baufälligkeit eingelegt und neu aufgerichtet werden. Der Kreuzgang neben der Kirche ist spätgotisch (1481-87). Auch die Halle über dem so genannten Heidenbrünnlein hinter der Kirche hat ihren Ursprung in spätgotischer Zeit. Hier soll der heilige Wunibald Taufen vorgenommen haben.

ellingen-stadt-deutschland

Ellingen Stadt, Deutschland

Ellingen

In Ellingen bewegen wir uns geradewegs auf das Deutschordensschloss zu, das seit 1806 zu Bayern gehört und 1817 an Fürst Karl von Wrede vergeben wurde (heute staatlich).

Das Schloss ist mit Abstand das architektonisch bedeutendste der Deutschordensschlösser Süddeutschlands. Nachdem Albrecht Alci- biades 1552 Schloss und Ort niedergebrannt hatte und der Neubau nicht mehr befriedigte, baute Franz Keller 1718-20 den hohen Südflügel mit den turmartigen Eckpavillons. Am östlichen Pavillon stehen die Figuren der vier Elemente, am westlichen die der vier Kardinaltugenden. Den Giebel des Mittelpavillons hingegen schmücken die Allegorien der Religion, Gerechtigkeit und Caritas, alle von Friedrich Maucher 1719-20 geschaffen. Das Treppenhaus mit zwei Treppenläufen wurde von Joseph Anton Roth stuckiert. Das Deckenfresko von Johann Anton Pinck zeigt den Sturz der Titanen. Im zweiten Obergeschoss liegen der Festsaal und die Fürstenzimmer.

Die Nordfront des Hofs nimmt die Schlosskirche ein. Ursprünglich ein hochgotischer Bau aus der Zeit um 1300, wurde sie 1552 niedergebrannt und nachgotisch wieder aufgebaut. Barocke Elemente kamen 1717/18 durch Einwölbung, Stuckierung und die geschnitzten Betstühle hinzu sowie 1746-52 durch die Umformung der Schau-seite. Bemerkenswert sind der Hochaltar (1748), den Franz Xaver Feichtmayer aus grauem und rotem Stuckmarmor schuf, und die Deckengemälde, vor allem die Kreuzerscheinung Kaiser Konstantins und die Anbetung des Kreuzes durch Kaiserin Helena, die dem Kosmas Damian Asam zugeschrieben werden.

An der Weißenburger Straße (Nr. 1) erwartet uns ein Juwel: das Rathaus, das von Franz Joseph Roth 1744-47 errichtet wurde. Insgesamt hat Ellingen eine ganze Reihe barocker Bürgerhäuser zu bieten. Auch für die Pfarrkirche St. Georg zeichnet Roth als Baumeister (1729-31). Originell ist die Mariahilfkapelle (um 1730), eine Gruftkapelle hinter der Kirche. Das Pleinfelder Tor (um 1660) steht an der höchsten Erhebung der Altstadt. Etwas außerhalb der Stadt (nach Westen) liegt die ebenfalls von Roth erbaute Maximilianskirche (1733-35), östlich der Stadt (auf einer Anhöhe) die Ausgrabung des römischen Kastells Sablonetum.

Ähnlich wie in Ellingen gibt es in Stopfenheim (westl. von Ellingen) und in Absberg (nordwestl. von Ellingen, am Brombachsee) ein ehemaliges Deutschordensschloss (jeweils 18. Jh.).

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Im Ansbacher Land 5

An der Fränkischen Rezat liegt Spalt, wohl seit dem 8. Jh. Mittelpunkt des bekanntesten fränkischen Hopfenanbaugebiets. Das Stadtbild wird daher von stattlichen Hopfenhäusern beherrscht, auf deren steinernen Untergeschossen hohe Fachwerkgiebel aufsitzen, in deren fünf oder gar sechs Böden, die durch horizontale Gauben belüftet werden, die wertvolle Dolde trocknen kann. Ein großer Bau ist das ehemalige Kornhaus, auch >Hopfensignierhalle<, das im 15. Jh. erbaut wurde (Gabrieliplatz 1), oder das um 1746 errichtete Mühl-reisighaus mit seinem fünfgeschossigen Giebel, das links an der Straße nach Wassermungenau liegt und ein beliebtes Fotomotiv ist.

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Eine Ecke des Schlosses Rügland

Spalt ist aus dem karolingischen Kloster St. Salvator hervorgegangen, das vom Stift St. Emmeram in Regensburg begründet wurde, kam 1294 zum Bistum Eichstätt und wurde nach 1356 Stadt. Vorwiegend im 14. Jh. entstand auch die Stadtbefestigung. Die ehemalige Stiftskirche St. Emmeram, die heutige Stadtpfarrkirche, stammt noch aus dem 12. Jh., wurde aber im 16. und 17. Jh. umgestaltet. Die nahe Kirche St. Nikolaus in der Stiftsgasse geht auf das 14. Jh. zurück und wurde 1767-70 barockisiert. Das barocke Rathaus (früherer Dekanatshof; Herrengasse 10) ist ein Bau Gabriel de Gabrielis (1751-56).

Auf dem Rückweg nach Ansbach empfiehlt sich der Umweg über Lichtenau, das an die Nürnberger Befestigung erinnert. Tatsächlich gehörte der Ort vor Ansbachs Toren seit 1401 zur Reichsstadt Nürnberg (bis 1806) und wurde als Außenposten besonders schwer befestigt. Nur Markgraf Albrecht Alcibiades konnte die Festung 1552 zerstören. Nach Plänen von Antonio Fazuni wurde (ab 1558) eine nahezu fünfeckige Zitadelle mit vorspringenden Batterien an den Ecken gebaut und schließlich 1630 vollendet. Auf der Südseite des Innenhofs steht ein Schlossbau mit zwei hohen Rundtürmen.

Erneut von der Residenzstadt Ansbach ausgehend, gelangt man (zunächst in südwestlicher Richtung) nach Herrieden, das durch seine fast geschlossen erhaltene Stadtbefestigung (vor allem 1340—44) mit dem Storchentor und der Altmühlbrücke von 1771 sowie durch seine Kirchen besticht: die katholische Stadtpfarrkirche St. Veit (frühere Stiftskirche; 15./16. Jh., mit späteren Veränderungen) im Zentrum der Stadt, die ebenfalls katholische Nebenkirche Unsere Liebe Frau (15. Jh., mit späteren Umgestaltungen; Herrnhof 1), in welcher eine wertvolle geschnitzte und bemalte Holzdecke des Jahres 1705 zu entdecken ist, und die Kirche St. Martin (17./18. Jh.) am Martinsberg außerhalb der Altstadt. Das Schloss ist nur noch in Resten vorhanden (Vogteiplatz). – An der Altmühl entlang geht es nach Leutershausen, von dessen Stadtbefestigung noch das Obere und das Untere Tor zu sehen sind. Die Pfarrkirche St. Peter entstand ab 1432/33, das markgräfliche Schloss im Jahr 1624 (Plan 5).

Über dem Altmühltal erhebt sich auf einem Bergsporn die Burg Colmberg (14.-16. Jh.). Beim Aufstieg zur Burg öffnet sich ein weiter Blick nach Westen, den auch die Hohenzollern genossen haben, denn im Vertrag vom 17. 7. 1318 verkaufte Graf Friedrich von Truhendingen für 6200 Pfund Heller die Burg an seinen Onkel Friedrich IV. von Hohenzollern, Burggraf von Nürnberg. Hier, in der hohen Kemenate, lebte zurückgezogen Friedrich VI. mit seiner Gemahlin Elisabeth, bis ihn der Hilferuf Kaiser Sigismunds aus Ungarn erreichte. Friedrich half ihm dort, sich gegen eine starke Opposition durchzusetzen und soll dem Kaiser sogar das Leben gerettet haben. Der Burggraf wurde 1411 zum obersten Hauptmann der Mark Brandenburg bestellt und 1415 in Konstanz von Sigismund mit allen Rechten in Brandenburg belehnt. 1417 erhielten die Hohenzollern die Kurwürde. Außer dem Halsgraben verfügt die Burganlage über einen mehrfachen Bering. Ihr Zentrum bilden der im Kern romanische Palas und der mittelalterliche Bergfried. 1870 erwarb der Japanforscher Philipp Franz von Siebold die Burg.

Nur wenige Kilometer vor Colmberg befindet sich der kleine Ort Häslabronn, der als ein besonders gut erhaltenes Ensemble für eine bäuerliche Ansiedlung gilt.

Nördlich von Ansbach, an der Straße nach Markt Erlbach, liegt Rügland. Das ehemalige Wasserschloss der Freiherren von Crails-heim ist ein nach Osten, zum Park hin, offenes Hufeisen, dem im Norden ein Wirtschaftshof vorgelagert ist. Der nördliche Flügel dieses Landschlosses ist ein Fachwerkbau von 1611, dem das >neue Schloss< von 1713 als West- und Südflügel angehängt wurde. Die ländlich-feste Bauweise des Fachwerks stört nicht die vornehme, barocke Gliederung des Hauptbaues. Der Schlosshof wird durch eine Sandsteinbalustrade – eine italienische Arbeit um 1713, mit Rankenwerk und Tieren – von der Parkanlage getrennt. In der Pfarrkirche St. Margaretha (1754) sind Grabplatten der Familien von Crailsheim und von Vestenberg angebracht. Ein richtiges Mausoleum (1909) der Crailsheim befindet sich an der Straße nach Adelmannsdorf.

Über dem nahen Virnsberg erhebt sich eine trutzige Deutschordensburg aus dem 13.-16. Jh., die um 1700 als Schloss ausgestaltet wurde. Noch weiter in Richtung Bad Windsheim können in Obern- zenn zwei beachtliche barocke, nebeneinander gesetzte Schlösser, das Blaue (1696-1757) und das Rote Schloss (1745) der Familie von Seckendorff betrachtet werden (Gusseisenbrücke von 1747 im Park).

Im Ansbacher Land 4

Beachtenswert im Inneren sind der Festsaal mit den Stuckmarmorwänden von Johannes Schnell, dem Stuck von Diego Carlone und einem Deckenfresko von Carlo Carlone (alles 1735-37), die Räume des Markgrafen (Carl Wilhelm Friedrich) oder die Räume der Markgräfin (Friederike Luise), etwa das Spiegelkabinett (1740), das Gobelinzimmer (1763) oder der Kachelsaal (1763/64), dessen Wandplättchen in der eigenen Ansbacher Manufaktur erzeugt wurden.

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Das Herrieder Tor ist eines der Wahrzeichen Ansbachs

Für das wachsende staatliche und höfische Personal musste ein neues Stadtviertel vor dem Herrieder Tor ausgewiesen werden. Jenseits des Tors, dem Johann David Steingruber 1750 zwei originelle Flankenhäuser anhängte, ziehen zwei breite Promenaden rechtwinklig zum Schloss und zur Straße nach Triesdorf. Unter Leitung von Steingruber und Johann Caspar Wohlgemut wurden an der Maximilianstraße durchlaufende Häuserreihen vorgeschrieben, die einheitliche Rundbogenportale mit reicher Rokokoverzierung über einheitlichen Freitreppen, dazu rundbogige Fenster und Mansarddächer besitzen. Die Karlshalle am gleichnamigen Platz war 1777/78 als Betsaal der kleinen katholischen Gemeinde in nüchternstem Klassizismus unauffällig in die Anlage gezwängt worden (mit wertvollem Stuck). Die Ludwigskirche, die jetzt dort dominiert, wurde erst 1840 geweiht, ln der Fußgängerzone (Rosenbadstr. 3) steht eine Synagoge, die 1744-46 Leopoldo Retty erbaut hat.

Durch die Karolinenstraße erreichen wir den Hofgarten. In seiner heutigen Erscheinung ist er eine gemeinsame Leistung von Markgräfin Christiane Charlotte und Carl Friedrich von Zocha (ab 1726). Südöstlich der Orangerie (1726-28) steht, etwas verborgen, ein Gedenkstein mit der seltsamen Inschrift: »Hic occultus occulto occisus est« (»Hier wurde ein Unbekannter auf unbekannte Weise ermordet«). Er kennzeichnet die Stelle, an der Kaspar Hauser (18127-33), das merkwürdige Findelkind, tödlich verwundet wurde (s. S. 29 und 225). Nahebei erinnert eine Gedenksäule von 1825 an den Dichter Johann Peter Uz (1720-96). Vor dem Eingang zum Hofgarten, also gegenüber dem Schloss, wird mit einem Denkmal (1858) des Dichters August Graf von Platen (1796-1835) gedacht. Beide Dichter kamen in Ansbach zur Welt.

Südlich von Ansbach liegt an der B 13 Triesdorf mit zwei Schlössern und einem großen englischen Park. Einst führte vom Ansbacher Schloss eine 12 km lange, fast gerade Allee zur Sommerresidenz in Triesdorf. Das Weiße Schloss ist in der Zeit zwischen 1682 und 1776 in seiner heutigen Form entstanden. Gegenüber liegt das Rote Schloss von 1730/32, so genannt nach den roten Sandsteinen der Fenster- und Türumrahmungen und der Eckrisalite. Triesdorf war der Lieblingsaufenthalt Carl Alexanders, des letzten Markgrafen.

Überhaupt lassen sich rund um Triesdorf einige Kleinode besichtigen, etwa die Kleinstädte Merkendorf und Ornbau (Umschlagvorderseite), deren Stadtbefestigungen aus dem 15. Jh. noch weitgehend erhalten sind. Auf dem nördlich gelegenen Friedhof von Ornbau befindet sich nahe der Friedhofskirche St. Jobst (1365-83; im 18. Jh. barockisiert) ein beeindruckendes Grabmal. In der 1817 errichteten Gruft wurde der französische Bühnenautor Georg Franz Marechal Marquis de Bievre bestattet, der 1789 im Triesdorfer Schloss verstorben war (geb. 1747), wo er Gast des Markgrafen Carl Alexander gewesen. Unweit der Gruft erinnert ein Grabstein an den Dichter.

Das romantische Wasserschloss Sommersdorf (um 1400; westlich von Triesdorf) gilt als der Geburtsort des Humanisten und Schriftstellers Albrecht von Eyb (1420-75). Beachtung verdient auch die alte Wallfahrtskirche in Königshofen (südlich von Sommersdorf), die in ihren Ursprüngen auf die zweite Hälfte des 14. Jh. zurückreicht.

Von Triesdorf aus lohnt sich ebenfalls ein Abstecher nach Wolframs-Eschenbach, das schon im 11. Jh. erstmals urkundlich erwähnt wird, aber erst seit 1917 zusätzlich den Namen seines größten Sohnes als Unterscheidung von anderen Eschenbachs trägt. Ihm hat man eine Brunnenfigur (1861/62) gewidmet, die sich neugotisch fremd im Ortsbild ausnimmt. Der um 1170/80 geborene Schöpfer des >Parzi- val<, Wolfram von Eschenbach, gehörte einem Geschlecht an, das Vasall der Grafen von Wertheim war. Sein Nachfolger als Ortsherr war der Deutsche Ritterorden, der im 14. Jh. die Siedlung trapezförmig ummauern ließ. Der ganze Bering mit seinen beiden Toren ist erhalten geblieben. Die Hauptstraße von Tor zu Tor zeigt sich mittelalterlich, mit Häusern aus dem 14.-17. Jh.

Das ehemalige Dcutschordensschloss, das 1623 fertiggestellt worden ist, dient jetzt als Rathaus (Wolfram-von-Eschenbach-Platz 1). Im Alten Rathaus, einem Satteldachbau des Jahres 1471, kann das originelle Wolfram-Museum besichtigt werden (Wolfram-von- Eschenbach-Platz 9). Etwas abseits vom Marktplatz und ein wenig erhöht steht die Marienkirche, deren Turmuntergeschoss noch aus romanischer Zeit stammt. In der Gotik wurde dann die stattliche Hallenkirche gebaut, die als die älteste in Franken gilt.

Über Windsbach und Abenberg gelangt man nach Spalt. Neben der evangelischen Stadtpfarrkirche (1728-30) im Zentrum Windsbachs erregt besonders die Gottesruhkapelle (14./15. Jh.) unsere Aufmerksamkeit. Sie liegt etwas außerhalb der Stadt (an der Landstraße nach Wolframs-Eschenbach) und ist bekannt für ihre Wandmalereien aus der Zeit um 1440. Die Burg oberhalb Abenbergs hat ihren Ursprung im 13. Jh. und wurde zwischen dem 15. und 19. Jh. mehrfach verändert; heute beherbergt sie ein Museum. Das Kloster Marienburg ist ein >Neubau< der Jahre 1677-85. In der Klosterkirche erinnert ein Grabstein aus dem 13. Jh. an die selige Stilla, die dem Geschlecht der Grafen von Abenberg angehörte und Mitte des 12. Jh. starb.