Im Ansbacher Land 3

Rothenburg ob der Tauber, Sieberstor(links) und Koboltor (rechts)

Rothenburg ob der Tauber in Ansbach

Ansbach

Die Stadt (früher Onoldisbach, nach dem ersten Grundherrn Onold) entstand bei einem um 748 von dem Edelmann Gumbert gegründeten Benediktinerkloster zur Hl. Jungfrau Maria, das er mit seinen Gütern im Rangau ausstattete. Dieses Eigenkloster übergab er 786 an Karl den Großen, der es dem Bischof von Würzburg überantwortete. Der bestimmte für Stift und Gemeinde einen Obervogt. Im 12. Jh. sind das die Staufer. Nach ihrem Aussterben 1288 fällt die Vogtei über Stift und Stadt (seit 1221 bezeugt) an die Grafen von Öttingen, die ihren Besitz 1331 an den Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg verkaufen. Seit 1456 ist dann Ansbach die Residenz des Burggrafentums »unterhalb des Gebürgs«, des späteren Fürstentums Brandenburg-Ansbach.

Inmitten der Stadt, am Unteren Markt, liegt die ehemalige Stiftskirche (ev.-luth. Stadtpfarrkirche) St. Gumbert, von deren 1165 geweihten >Neubau< nur wenige Pfeilerarkaden an der Nordseite und die Krypta unter dem Hochaltar erhalten blieben. Die dreischiffige, kreuzgratgewölbte Krypta, 1039-42 von Steinmetzen der Speyerer Dombauhütte gebaut, wurde nach Bränden mit Schutt aufgefüllt, 1934 aber wieder freigelegt. Die sieben romanischen Arkaden im jetzigen nördlichen Seitenschiff wurden zur St. Georgskapelle zugemauert. Diese Kapelle hatte Markgraf Albrecht Achilles 1459 zum süddeutschen Zentrum des Schwanenritterordens bestimmt.

1825 räumte man die Georgskapelle aus und schaffte die Ordensdenkmäler, den Altar, die Totenschilde und Grabmäler in den 1522 fertiggestellten Neuen Chor der Gumbertus-Kirche, den man seitdem die Schwanenritterkapelle nennt. Der vom Großmeister des Ordens, Albrecht Achilles, um 1500 gestiftete Altar (bes. Mariendarstellungen) gehört zu den berühmtesten in Franken. Die Glasgemälde stammen aus dem 16. Jh., wobei die figürlichen Scheiben auf Entwürfe der Dürerschule zurückgehen. Berühmt ist auch das Tafelbild »Christus in der Kelter< (um 1510), für das Dürer Entwürfe geliefert hat. Neben den Grabsteinen finden sich in der Kapelle hölzerne Totenschilde aus dem 15.-17. Jh. Die unter der Kapelle liegende Fürstengruft, die über Jahrhunderte hinweg ob ihrer Kühle als Fleischbank der Metzger diente, birgt seit 1976 eine größere Anzahl an Zinnsarkophagen der Hohenzollern, nachdem diese aus konservatorischen Gründen von St. Johannis hierher überführt worden sind.

Die gotischen Seitenkapellen hat 1449-79 Nikolaus Eseler gebaut. Der Saalbau, der barocke Hauptraum der Kirche (mit Wiegleb-Orgel von 1738), ist viel jünger. Er wurde 1736-38 von Leopoldo Retty zwischen die Westfassade und den Chor gelegt. Mit der doppelten Breite des einstigen romanischen Mittelschiffs erhält der Saal sein Licht aus je acht Fenstern in drei Geschossen. An der Westseite umlaufen dreigeschossige, sonst eingeschossige Holzemporen den Saal. In der Höhe des nördlichen Querhauses schwingt ein verglaster Fürsten-stand vor, der das Allianzwappen des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich und seiner Gemahlin Friederike Luise trägt. Die Dreiturmfassade der Westfront ist eines der Wahrzeichen Ansbachs. Ihr ältester Teil ist der Südturm, 1493-95 von Heinrich Kugeler aus Nördlin- gen gebaut und mit einem durchbrochenen Pyramidenhelm gekrönt. 1594 errichtete dann Gideon Bacher den Nordturm von Grund auf neu. Der Mittelturm ist ebenfalls ganz sein Werk (1594).

Die Pfarrkirche St. Johannismam Oberen Markt (jetzt Martin- Luther-Platz) nimmt sich dagegen nüchtern aus. Bis auf die Türme hat sie die Schlichtheit spätgotischer Bettelordenskirchen bewahrt. Lange wurde daran gebaut: 1435 wird der Westgiebel errichtet, 1441 der Grundstein des Chors gelegt, doch erst 1508 erhält der Nordturm seine Maßwerkgalerie.

In der näheren Umgebung von St. Johannis und St. Gumbert fallen einige Bauwerke besonders ins Auge: der mit einer vergoldeten Ritterfigur gekrönte Markgraf-Georg-Brunnen (Martin-Luther- Platz) aus dem 16. Jh. (18./19. Jh. erneuert), das viergeschossige Renaissance-Rathaus mit Volutengiebeln (1531; im 17. Jh. umge-baut; Martin-Luther-Platz 1), das stilistisch Gotik und Renaissance verschmelzende Stadthaus (16. Jh.; Johann-Sebastian-Bach-Platz 1), die alte Markgräfliche Kanzlei mit ihrer bemerkenswerten und für Franken seltenen Sgraffito-Verzierung (1594; Pfarrstr. 22) sowie schließlich am früheren Unteren Markt der Markgraf-Karl- Wilhelm-Friedrich-Brunnen, ein Vierröhrenbrunnen von 1746 mit einer Büste des Markgrafen (Johann-Sebastian-Bach-Platz).
Am Ostrand der Stadt hatte Burggraf Friedrich VI. 1397-1409 eine Wasserburg bauen lassen, die während der folgenden Jahrhunderte mehrmals erweitert und verändert wurde. Dem Absolutismus und seiner Verherrlichung des Regenten konnte dieser Bau allerdings nicht mehr genügen, sodass man eine Vierflügelanlage plante und den in Wien tätigen Gabriel de Gabrieli 1694 als Hofarchitekten einstellte. Zunächst beim Umbau der Arkaden und Galerien im Schlosshof beschäftigt, wird ihm 1705 die Direktion für den Umbau dieses neuen Schlosses übertragen. Gabrieli entwarf die monumentale Südostfassade mit 21 Fensterachsen über vier Geschossen. Das niedere Dach wird durch eine Steinbalustrade mit aufgesetzten Figuren und Trophäen abgeschlossen. 1716 verlässt er Ansbach – durch den dauernden Zwist mit der Hofkammer verärgert. Ihm folgt als Baudirektor Johann Wilhelm von Zocha aus Gunzenhausen nach, der bereits 1719 von seinem Bruder Carl Friedrich abgelöst wird. Die Vollendung der Gabrieli-Bauten und die Gestaltung der übrigen Fassaden in etwas trockener Manier kam erst 1725 wieder recht in Gang, als die Regentin Christiane Charlotte auf Vollendung drängte. 1738 konnte der Zentralbau des Schlosses fertiggestellt werden.

1730/31 wurde Leopoldo Retty berufen. Er ließ den Erweiterungsbau an der Nordostecke der Residenz hochziehen, die Brücke über den Schlossgraben – letzte Erinnerung an die Wasserburg – schlagen, Schlossportal und Hauptwache errichten, alles zwischen 1733 und 1735. Dann ging man wieder an die Ausstattung der prächtigen Innenräume, die von 1735 bis ins Jahr 1771 reicht. Mit dem Umbau der Reithalle von 1755 in ein Redouten- und Komödienhaus (1774) darf der Schlossbau als beendet gelten.

Im Ansbacher Land 2

Im romanischen Chor steht der 1515 gestiftete Mauritiusaltar (rechter Seitengang) mit Gemälden des Wolf Traut auf der Tumba eines Hohenlohe. Der Nothelferaltar (linker Seitengang) von 1519 hat die Tumba eines Oettingen als Unterbau und Gemälde aus dem Umkreis des Hans Pleydenwurff. Unter der Vierung steht der Kreuzaltar mit einem Kruzifix, das um das Jahr 1468 von einem nicht mehr bekannten Nürnberger Künstler geschaffen wurde. Ein Hauptwerk des Bildhauers Loy Hering steht im nördlichen Seitenschiff: das große Wandgrab der Markgrafen Friedrich d. Ä. (gest. 1536) und seines Sohnes Georg des Frommen (gest. 1543).

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Martinus-Ambrosius-Altar

Im südlichen Seitenschiff (Mortuarium) trägt der Peter-Pauls- Altar Figuren von Peter Strauß (1510) und Bilder in der Art des Wolf Traut (1517/18). Dieses 1412-33 zu einer zweischiffigen Halle mit Kreuzrippengewölbe erweiterte Schiff war als Mortuarium (Grablege) gedacht. Daher finden wir an der Wand allein 15 Grabmäler. In der dem Seitenschiff nach Süden vorgelagerten Heidecker- Kapelle (um 1200; Zugang unterhalb der Empore) wurden bei der Tieferlegung des Bodens alle alten Grabsteine eingeebnet. Zu sehen ist ein Martinus-Ambrosius-Altar, den 1487 Michael Wolgemut geschaffen hat. Auch der Westchor, Ritterkapelle genannt (14. Jh.), und über eine breite Treppe zu erreichen, ist den Toten gewidmet. Die Grabsteine gehören ins 13.-16. Jh. An den Wänden hängen die Wappen fränkischer Ritter.

Von den Gebäuden des ausgedehnten Klosters sind mehrere bemerkenswerte, alte Steinbauten erhalten. So etwa das Refektorium (Speisesaal der Mönche) mit einem geschweiften, steinernen Giebel (Mitte des 13. Jh.; Kirchplatz 5/6). Untergebracht waren die Mönche im Dormitorium (Schlafhaus) in einer großen Halle (1479; Abteigasse 2). Gäste vornehmer Abkunft wohnten in der Neuen Abtei (Abteigasse 7), deren alter Teil 1263-84 zusammen mit dem Ostchor der Kirche gebaut, deren jüngerer Südflügel aber erst 1485-89 hinzugefügt wurde. Als die Lehren der Reformation Heilsbronn erreichten, blieben von den 72 Mönchen nur 24. Markgraf Georg schaffte 1528 den altgläubigen Kultus ab und eröffnete 1534 in den Räumen des Dormitoriums eine öffentliche Schule. 1578 wurde das Kloster endgültig aufgehoben und in eine ansbachische Pflege verwandelt, wobei der Grundbesitz in den benachbarten Bistümern verlorenging. Vor der Kirche befindet sich ein tiefes Brunnenhaus aus dem Jahr 1730.

Was Sie noch sehen sollten, ist die ehemalige Klostermühle (Mühlgasse 9/11), 1336 zuerst genannt, 1515 von einem Nürnberger Meister mit Fachwerk und einem hohen Giebel aufgestockt. Bei der früheren Klosterspital-Kapelle (Spitalgasse 6) stammt der massive Unterbau aus weißem Sandstein aus der zweiten Hälfte des 13. Jh., auf den Ende des 17./Anfang des 18. Jh. ein zweistöckiges Fachwerkhaus gesetzt wurde, das über den Chor im Dreiachtelschluss luftig hinausragt. Schließlich ist der Katharinenturm (Hauptstr. 18/20), ein aus Resten der Katharinenkirche 1771 errichteter, vielgeschossiger Turmbau, sehenswert.

Im Ansbacher Land

Heilsbronn

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Heilsbronn von oben

Halbwegs zwischen Nürnberg, wo die Hohenzollern Burggrafen waren, und Ansbach, wo sie ihre erste Residenz stehen hatten, liegt Heilsbronn. Gestiftet hat das Kloster an der Grenze der Bistümer Bamberg, Eichstätt und Würzburg Bischof Otto der Heilige von Bamberg im Jahr 1132. Dieses Eigenkloster des Bischofs von Bamberg, das nur dem Hochstiftsvogt unterstellt war, wurde um 1140 dem Zisterzienserorden überlassen und mit Mönchen aus Ebrach besetzt. Das Münster errichtete man 1132-39 als romanische Basilika nach Hirsauer Vorbild. Nach Ottos Tod setzten sich vor allem die Staufer für das wachsende Kloster ein. Um 1200 wurde eine westliche Vorhalle an das Münster angefügt, 1263-83 der Ostchor erweitert, da die Zahl der Mönche von 12 auf 72 gestiegen war.

Die Burggrafen von Nürnberg konnten nach dem Untergang der Staufer die Vogtei (Schutzherrschaft) über Heilsbronn gewinnen, worin sie von Kaiser Ludwig dem Bayern 1333 ausdrücklich bestätigt wurden. Durch die Bestattung des Burggrafen Friedrich III. (gest. 1297) in Heilsbronn und seiner Nachfahren bis 1625 wird der Anspruch auf die Vogtei sinnfällig gemacht. Für die Hohenzollern, aber auch für Adelige der Umgebung wurde 1412-33 das Mortua- rium gebaut, das erweiterte südliche Seitenschiff mit herrlichem Spitzbogengewölbe auf vier schlanken Säulen.

Seit 1366 ließen sich die Zollern, 1363 in den Fürstenstand erhoben, im Mittelschiff begraben, das auf kräftigen romanischen Pfeilern mit Würfelkapitellen ruht. Das Licht bricht aus drei schmalen Chorfenstern ins Schiff und hebt die Hochgräber heraus. So das Hochgrab für Markgraf Georg Friedrich I. (gest. 1603), dessen lebensgroßes Abbild sich reliefartig vom Sarkophag abhebt, während die Gruft darunter, die 1366 erbaut und 1566-73 erneuert wurde, die Gebeine von weiteren 21 Hohenzollern birgt. Die Figuren an den Seitenwänden des Hochgrabes sind besonders fein gearbeitet, etwa das Gesicht des Bischofs Friedrich von Regensburg. Über einer der Schwabachquellen steht das Hochgrab der Kurfürstin Anna (gest. 1512), der zweiten Gemahlin des Albrecht Achilles. Im Kontrast zu diesen Steinsarkophagen steht das Hochgrab des Markgrafen Joachim Ernst (gest. 1625) in der Mitte, ein kostbarer Sarkophag aus schwarzem Marmor mit der liegenden Gestalt des Markgrafen.

Von den 29 Altären, die zu Anfang des 16. Jh. in der Kirche gezählt worden sind, haben sich neun erhalten. So im gotischen Chor der Hochaltar von 1502-22, der einer Steinmensa von 1366 aufsitzt. Das Schnitzwerk der Dreikönigsdarstellung im Schrein stammt ebenso wie das auf den Flügeln von einem Mitglied der Wolgemut-Werkstatt. Die Malereien der Rückseite hat ein Nürnberger geschaffen, der als Meister des Heilsbronner Hochaltars in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Der linke Nebenaltar, der das Martyrium der elftausend Jungfrauen darstellt, stammt aus dem Jahr 1513. Der rechte Nebenaltar, ein Marienaltar von 1511, besitzt liebliche Figuren, vor allem im Gesprenge, aus der Hand des Peter Strauß und Gemälde von Sebastian Dayg aus Nördlingen. Das Sakramentshäuschen mit reichem Figuren- und Maßwerkschmuck wurde 1515 aus der Werkstatt des Adam Kraft geliefert. Aus Nürnberg stammt auch die Pietä, um 1510 geschnitzt. Über den Hochaltar hinweg erspäht man die drei Stifterbilder aus Glas. Rechts der Kreuzigung ist Burggraf Friedrich III. dargestellt, links davon seine Frauen Elisabeth von Meran und Helena von Sachsen.

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Das Nürnberger Umland 3

Schwabach

Die Stadt Schwabach ist aus einem karolingischen Königshof der ersten Hälfte des 8. Jh. hervorgegangen. 1364 ging sie an die Hohen- zollern und späteren Markgrafen, bis sie 1806 an Bayern fiel. Als Stadt wird sie erstmals 1371 bezeichnet. Schwabach lässt sich gut vom Königsplatz aus erschließen, wo das Rathaus mit seinen Arkaden steht. Der vordere Teil wurde Anfang des 16. Jh. erbaut, der seitliche Anbau 1732; die Fachwerkobergeschosse folgten ab 1799. Den Schönen Brunnen vor dem Rathaus hat man 1716/17 errichtet, und zwar nach den Plänen Johann Wilhelm von Zochas. Der Pferdebrunnen, der durch seine Pferdeköpfe auffällt, ist eine Arbeit des Jahres 1823. Überhaupt findet man am Königsplatz eine ganze Reihe stattlicher Bürgerhäuser und noch betriebener oder ehemaliger Gasthöfe, etwa den Gasthof Goldener Stern (vor allem um 1660/70; Königsplatz 12) oder die barocke einstige Fürstenherberge (1726-28; Königsplatz 29).

Hinter dem Rathaus ragt die spätgotische evangelische Stadtpfarrkirche auf, die zwischen 1469 und 1495 geschaffen wurde. Von ihrer reichen Ausstattung seien besonders die Altäre des 15. und 16. Jh. genannt: so der Hochaltar (1506-08), ein hervorragender Schnitzaltar aus Michael Wolgemuts Werkstatt, und vielleicht unter der Mitarbeit von Veit Stoß entstanden; oder der Marienaltar (um 1475) mit Figuren des Erasmus und des heiligen Nikolaus aus der Hand des Hans von Kulmbach (1520).

Die Spitalkirche (Spitalberg) besitzt einen Chor des Jahres 1404, ein Langhaus aus den Jahren 1755/56 und einen Turm von 1885. Auf hugenottische Glaubensflüchtlinge weist die Reformierte Kirche oder Franzosenkirche hin, ein Saalbau von 1686 (Turm von 1724/25; Boxlohe). Die Kirchen sind vom Königsplatz leicht zu erreichen (westl.). Der Fluss Schwabach prägt das malerische Bild der Altstadt.

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Marktplatz mit Rathaus und Stadtkirche in Schwabach

Ganz nah am südwestlichen Stadtrand von Nürnberg findet man in Stein das sehenswerte Neue Schloss im Stil des Historismus, das sich die Erben der ortsansässigen Bleistiftfirma Faber-Castell – verschwenderisch ausgestattet – 1903-06 erbauen ließen.

Die Burg in Cadolzburg, die hauptsächlich vom 13. bis 15. Jh. entstanden ist und ab dem 13. bis zum 17. Jh. den Nürnberger Burggrafen bzw. den Markgrafen gehörte, beeindruckt durch ihre Größe und Geschlossenheit. Sie brannte 1945 aus, wurde aber in neuerer Zeit wieder hergestellt. In die geräumige Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden gelangt man durch einen Torturm aus dem 14. Jh. Die Hauptburg ist von einer 10-15 m hohen Ringmauer umschlossen. An der Westseite steigt der Folterturm auf. Der Kapellenbau führt hinüber zum Neuen Bau, dessen Nordteil der mittelalterliche Palas gewesen ist. Wie der einstige Bergfried, der jetzt das Haupttor schützt, stammt er aus dem 13. Jh., wurde aber nach dem Dreißigjährigen Krieg im Renaissancestil überformt.

Das Rathaus, ein mächtiger Fachwerkbau von 1670, liegt malerisch zwischen Burgtor und Stadt. Die evangelische Pfarrkirche wurde 1750/51 von Johann Steingruber erbaut. Sehenswert sind dort die Statuen von Maria und Johannes aus der Schule des Veit Stoß um 1475.
Im nahen Roßtal weist die evangelische Pfarrkirche St. Lorenz (14./15. Jh., wie die Kirchhofbefestigung) eine für Besucher zugängliche romanische Hallenkrypta aus dem 11. Jh. auf. Das frühere Schloss stammt aus dem 17. Jh. (Marktplatz 4).

Auf keinen Fall versäumen sollte man es, das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift in Langenzenn aufzusuchen. Die alten Klostergebäude, die den Kreuzgang umschließen, wurden 1467/68 errichtet, wobei der Nordflügel sogar noch auf die Gründungszeit nach 1409 zurückgeht. Das Kloster wurde von den Nürnberger Burggrafen gestiftet. Die Kirche entstand im 15. Jh. und birgt eine reiche Ausstattung: Fresken der Spätgotik und des Frühbarock, ein Chorgestühl aus der Zeit um 1500, eine Kanzel von 1626, die von einer Mosesfigur getragen wird, und nicht zuletzt ein Verkündigungsrelief (1513) von Veit Stoß (links am Choraufgang). Der Hochaltar ist neugotisch. An der Sakristei der Kirche ist eine seltene Außenkanzel zu sehen.

Mitten im Industriegebiet zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen liegt das fruchtbare Knoblauchsland mit seinen Gemüse- und Tabak- feldem. Einzelne charakteristische Dörfer im Stil des Nürnberger Landes, also angelehnt an das alte Nürnberger Stadtbild, sind hier zu finden. Ein typischer Ort dieser Art ist Kraftshof und der westlich in einem Wald gelegene Irrhain des Pegnesischen Blumenordens, der 1676-78 mit einem idyllischen >Dichterfriedhof< angelegt wurde. Die Pfarrkirche St. Georg geht auf das 14./15. Jh. zurück, ist 1943 vollständig ausgebrannt, konnte aber restauriert werden. Sie enthält u. a. wertvolle Altäre des 15. Jh. sowie zahlreiche Grabdenkmale. Auch der alte Friedhof ist sehenswert. – Nördlich von Kraftshof erhebt sich das Schloss von Neunhof (Ende des 15. Jh.), ebenfalls mit einem barock wirkenden Garten. Die Zugbrücke stammt aus dem Jahr 1480.

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Das Nürnberger Umland 2

Altdorf

Nachdem es sich die Humanistengeneration zwischen 1500 und 50 noch zur Ehre angerechnet hatte, in Italien studiert zu haben, so versuchten nun die fränkischen Landesherren, die studierenden Söhne ihrer Untertanen im Lande zu behalten. In Altdorf, am östlichen Ausläufer des Lorenzer Reichswaldes, das 1504 dem Nürnberger Landgebiet einverleibt worden war, hatte die Reichsstadt 1575 ein Gymnasium errichtet. Drei Jahre später wurde die Altdorfer Gründung zur Akademie, 1622 schließlich zur Universität erhoben.

Das Städtchen, das bis dahin nur ein Mittelpunkt des Hopfenanbaus war, erhielt als Universitätsgebäude den Gymnasiumskomplex, 1571-75 als dreiflügliger Arkadenbau um einen Hof gestellt (Silbergasse). Ein achteckiger Treppen- und ein viereckiger Uhrturm markieren die Anlage, die durch aufgesetzte Fachwerkgauben malerisch wirkt. Im Hof steht als Werk des Georg Labenwolf Aer Athene- Brunnen (1585). Athene gilt als die Göttin der Weisheit und Wissenschaft. Von der 1809 aufgehobenen Universität zeugen noch das Auditorium Welserianum (nach dem Stifter, dem Nürnberger Patrizier Welser), der Festsaal und der Theologische Hörsaal.
Die Pfarrkirche St. Lorenz vom Ende des 14. Jh. wurde ab 1623 als Universitätskirche genutzt, woran die Logen, das Universitätswappen und der wuchtige Baldachin über dem Rektorenstuhl erinnern. Unter Schonung des gotischen Chors wurde die Kirche 1753-55 erweitert; Langhaus und Fachwerkturm sind daher barock. Schräg gegenüber steht das Schloss, ein stattlicher Sandsteinbau von 1585, der Amtssitz der Nürnberger Pfleger, der Verwalter der Reichsstadt in den Landgebieten. Nur zehn Jahre jünger ist der schöne Renaissancebau des Rathauses, dessen Sitzungsaal erhalten blieb. Von der Stadtbefestigung aus der Zeit um 1400 sind zwei Tortürme und ein Wehrturm (Feilturm) vorhanden.

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Altdorf bei Nürnberg

Das Schwarzachtal abwärts gelangen wir nach Burgthann, das 1945 zu einem Drittel zerstört wurde. Von der Burg, die Heinrich von Thann im 12. Jh. anlegte, sind noch der Palas, der Wohnbau, die Kapelle und der 27 m hohe Bergfried erhalten. Nur wenig nördlich findet sich in Grünsberg – Schloss des 13./14. Jh.; im 16.-18. Jh. erweitert – eine sehenswerte Quelle (rechts der Straße Richtung Burgthann): die Sophienquelle. Sie wurde 1720 künstlich gefasst, seitlich mit Treppen versehen und mit einer Kaskade bestückt.

Allersberg liegt südlich von Nürnberg, unmittelbar östlich der A 9. Die romanische Allerheiligen-Kirche, von einem Graben geschützt, hat am Portal eine >schöne Madonna< von 1498 und im barock veränderten Inneren eine Marienfigur nach dem Vorbild des Gnadenbildes zu Altötting. Im neuen Teil des Städtchens steht das schlossartige Haus der aus Italien zugewanderten Familie Gilardi mit reichem, barockem Schmuckportal, Treppen und Stuckdecken. 1733 stiftete die Familie den Hochaltar in der Spitalkirche Mariä Himmelfahrt (1708) und ließ die Apostelbilder aus ihrer Heimat kommen.

Etwa 12 km westlich, in Roth, findet sich mitten im Industrieort Schloss Ratibor, 1535-37 von Sixtus Kornberger für den Ansbacher Markgrafen gebaut, der unter anderem Einkünfte aus dem schlesischen Ratibor bezogen hat. 1792 wurde im Schloss eine Drahtfabrik eingerichtet; 1942 ging es in städtischen Besitz über. Die Stadtpfarr-kirche entstammt dem Jahr 1510 und wurde von Johann David Stein-grüber 1732-38 barock zur Saalkirche umgebaut (Turm von 1878). – Zwischen Roth und Hilpoltstein liegt bei der Ortschaft Eckersmühlen eine ehemalige Eisenhammerschmiede, die, von 1686-1974 betrieben, heute ein industriegeschichtliches Museum darstellt.

Von Roth aus ist es nicht weit nach Hilpoltstein. Die Stadt weist noch einen ziemlich geschlossenen Mauerring auf, der spätmittelalterlich ist, 1544 jedoch verändert wurde. Die Pfarrkirche St. Johann Baptist als Zentrum der Stadt stammt im Kern aus dem 15. Jh., das Langhaus von 1732. Die frühere Herzogliche Residenz im Anschluss an die Pfarrkirche entstand ab 1619. Von der Burg des 13./14. Jh. ist nur eine Ruine geblieben. – Im südlich gelegenen Städtchen Heideck treffen wir auf zwei spätgotische Kirchen: St. Johannes d. T. (1457; Marktplatz) und Unsere Liebe Frau (1419; An der Kapell). Die Friedhofskapelle St. Johann Baptist wurde Ende des 16. Jh. errichtet (Hauptstr.), das Rathaus, ursprünglich ein Getreidekasten, im 15./16. Jh. (Marktplatz 24). Wieder nördlich, in Richtung Nürnberg, kann man in der vor 1488 begonnenen Kirche von Kleinschwarzenlohe sehr wertvolle Altäre des 15. Jh. entdecken (nur selten geöffnet).

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Das Nürnberger Umland

Lauf an der Pegnitz

Nordöstich Nürnbergs liegt Lauf an der Pegnitz, an deren früheren Wasserfällen Mühlen und Hammerwerke sich niedergelassen hatten, neben Hopfenanbau und Bierbrauen die wichtigsten Gewerbe. Kaiser Karl IV., der mit dem Kauf der Oberpfalz 1353 auch Lauf an die Krone Böhmen bringen konnte, gab diesem Ort nicht nur das Münzrecht, sondern auch eine neue Burganlage, die wie ihre Vorgängerin auf einer Insel in der Pegnitz liegt (Stadtrecht seit 1355). Von 1356/60 an ließ er auf dem bedrängten Platz zwischen den Pegnitzarmen einen wehrhaften Palas bauen. Gegenüber steht der Bergfried, der in die Pegnitz ragt. Von ihm führt ein Wehrgang zum Palas; die Südbrücke über den Pegnitzarm ist durch den Wenzeltorturm besonders geschützt. Eine lebensgroße Sandsteinfigur des hl. Wenzel, um 1360 nach dem Vorbild der Wenzelfigur am Veitsdom in Prag gearbeitet, steht über dem südlichen Toreingang, über dem Wappen Böhmens, dem gekrönten, zweigeschwänzten Löwen. Wenzel war nicht nur der Patron Böhmens, sondern auch der Burgkapelle in Lauf.

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Lauf an der Pegnitz

Die böhmischen Steinmetze der Wenzelfigur haben im Wappensaal, Kaiserstube geheißen, einige rätselhafte Köpfe und Reliefs hinterlassen. Einmalig sind die Wappen (14. Jh.) dieses Saals im ersten Obergeschoss, denn sie sind in den Stein gehauen und bemalt und zeigen den zur Krone Böhmens gehörigen Adel.

Die evangelische Pfarrkirche St. Johannis um 1370 wurde zwischen 1689 und 1710 im Innern weiter ausgebaut. Die Spitalkirche (in der Spitalstraße) ist bereits seit 1553 Ruine und entstand ursprünglich zur selben Zeit wie die Johannis-Kirche. Mitten auf dem lang gestreckten Marktplatz erhebt sich das frei stehende Rathaus, das 1553 errichtet und 1603 erneuert wurde. Alte, gewerblich genutzte Gebäude in der Sichartstraße (Nr. 5-25; z. B. Hammerwerk, Mühle, Elektrizitätswerk) wurden zum Industriemuseum Lauf zusammengefasst.

Von Lauf aus in Richtung Hersbruck trifft der Reisende auf Schloss Reichenschwand. An der Stelle einer Wasserburg stehend, von der noch Ecktürme vorhanden sind, besticht die im Kern aus dem 16. Jh. stammende Anlage durch ihre klare gegliederte neugotische Fassade.

Hersbruck

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Wassertor in Hersbruck

Wenige Kilometer die Pegnitz aufwärts liegt Hersbruck mitten in Hopfenfeldern am Eingang zur Hersbrucker Alb. Als die Stadt an Nürnberg fiel, brachen die Pfleger der Reichsstadt das >Alte Schloss< ab und bauten sich das Neue Schloss Mitte des 16. Jh. im Renaissancestil mit kleinen gotischen Reminiszenzen. Die einst gotische Pfarrkirche wurde im 18. Jh. barockisiert, der gotische Hochaltar, einer der bedeutendsten spätgotischen Schreinaltäre Frankens, aus Nürn-bergs Germanischem Nationalmuseum zurückgeholt. Eindrucksvoll sind die Flügel mit Szenen des Marienlebens und der Passion, die einen unbekannten, hochbegabten Meister ausweisen. Die Chorfenster fassen Glasgemälde aus dem 15.-17. Jh. Die Spitalkirche aus dem 15. Jh. hat ebenfalls eine reiche Ausstattung.

Von der Stadtbefestigung (spätgotisch) sind drei Tore übrig, dazu die Ringmauer, die ihre Türme kupiert bekam. Eines der schönen Fachwerkhäuser (1822; Eisenhüttlein 7) wurde 1928 als Heimatmuseum eingerichtet. Die berühmte Zinnsoldatenschau mit ca. 20 000 Figuren, einzeln gegossen und von Fland bemalt, zeigt die Uniformen, die zwischen 1870 und 1918 in Deutschland getragen wurden. Im Obergeschoss wurde 1933 ein kleines, aber einmaliges Museum eingerichtet, das nur die Geräte aufnimmt, die von der handwerklichen Kunstfertigkeit der Hirten zeugen. Das Hirtenmuseum birgt die Schnitz-, Flecht-, Keramik- und Lederarbeiten fränkischer Hirten und andere Gebrauchsgegenstände.

Bei Hersbruck bzw. dem Ort Happurg liegt südöstlich die Hou birg, eine keltische Höhensiedlung, von der noch der Ringwall zu erkennen ist. Ehe man auf Altdorf zufährt, lohnt sich auch ein Abstecher nach Westen, nämlich zum Moritzberg, mit der Kapelle St. Moritz, einer Chorturmkirche von 1419 (später verändert).

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Mittelfranken 10

Erlangen

Das Dorf Erlangen kommt 1002 an das Stift Haug zu Würzburg, wird aber schon 1017 vom Hochstift Bamberg eingetauscht, 1361 an Kaiser Karl IV. verkauft, dessen Sohn Wenzel die Siedlung 1402 den Burggrafen von Nürnberg überlässt. Mit der Markgrafschaft Bayreuth gelangt Erlangen 1792 an Preußen, 1810 an Bayern. Ein Gesicht hat Erlangen Markgraf Christian Ernst gegeben, der Johann Moritz Richter aus Thüringen die Neustadt entwerfen lässt, als 1686 die ersten der 600 Hugenotten kommen, die toleranterweise aus Frankreich aufgenommen worden waren. Da langjährige Steuerfreiheit verschiedenste Zuwanderer anzieht, wird ab 1700 eine weitere Neustadt angelegt und mit der Friedrichstraße als Achse nach Osten gebaut.

Rechter Winkel und Regelmäßigkeit prägen das Bild dieser Altstadt. Bestimmend ist die Hauptstraße, die von Nord nach Süd durch die Neustadt führt, zu der (nur schmaler) alle anderen Straßen parallel oder senkrecht laufen, an die sich zwei große Plätze (Hugenotten- und Marktplatz) legen.

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Erlangen (Kirchplatz)

Bauliche Akzente setzen zwei Kirchen, Schloss und Rathaus. 1686-93 wurde die evangelische Pfarrkirche am Hugenottenplatz als schwerer, ernster Sandsteinbau auf fast quadratischem Grundriss von Johann Moritz Richter erbaut. Erst 1732-36 wird der Kirche an der Platzseite ein schlanker Turm vorgesetzt. Im Innern ist eine zwölfeckige Holzempore eingefügt, die ein Rund vortäuscht. Die Neustädter Pfarrkirche, später zur Universitätskirche avanciert, wurde nach 1720-37 für die jüngere Neustadt gebaut. Auch sie erhielt ihren Turm später (1765), die Turmlaterne erst 1830. Das Rathaus (Marktplatz) hat man 1836 in das Palais Stutterheim verlegt, das als dreischossiger Block 1728-30 errichtet wurde und mit den durchlaufenden Eckpilastern und dem Mansardendach an Johann Leonhard Dientzenhofers Barockhäuser zu Bamberg erinnert.

Ausgerichtet ist die Neustadt auf das Schloss, das Erbprinz Georg Wilhelm 1700 von dem Italiener Antonio della Porta beginnen lässt. Als das Geld ausgeht, kauft sein Vater Christian Ernst 1703 den Rohbau und lässt ihn durch Gottfried von Gedeler vollenden (1704) Der lang gestreckte, dreigeschossige Quaderbau mit einem Mittelrisalit und enger Pilastergliederung war nicht gar so nüchtern geplant. Das Schloss gehört heute zur Universität und beherbergt die Räume von deren Rektor und Kanzler. Fast fremd dazu nehmen sich im Schlossgarten zwei Werke des Elias Räntz aus: der 1706 aufgestellte, figurenreiche Hugenottenbrunnen, gestiftet von den dankbaren Neubürgern, und die 1711 als Abschluss der Mittelachse des Schlossgartens enthüllte Reiterstatue des Markgrafen Christian Ernst. Schon 1705 hatte Gottfried von Gedeler eine Orangerie errichtet, im gleichen Jahr wurde an der Ostseite des Schlosses ein Hof garten angelegt.

Die Universität, durch Markgraf Friedrich 1742 in Bayreuth gegründet, wird 1743 nach Erlangen verlegt. Dass die Universität aus den Kinderkrankheiten kam und Ansehen gewann, ist auf ihren ersten Direktor Daniel de Superville zurückzuführen. In Amsterdam geboren, kann er 1736 den >Soldatenkönig< (Friedrich Wilhelm I.) von der Wassersucht heilen und wird schließlich als Leibarzt seiner Tochter Wilhelmine nach Bayreuth verpflichtet. Bis zur Industrialisierung im und nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man (wie in Marburg) behaupten: »Erlangen hat keine Universität, Erlangen ist eine.« Im Südosten der Stadt unterhält außerdem der Siemens- Konzern das größte private Forschungszentrum Europas.

Wir sind wieder in der Altstadt und besehen uns die Altstädter Pfarrkirche (Dreifaltigkeitskirche) am Martin-Luther-Platz. Gleich nach dem Altstadtbrand 1706 begonnen, wird sie 1721 geweiht, erhält ihren Turm erst 1728. Gedeler hat diesen strengen Kirchenbau geschaffen, dessen Innenraum auf den schwarz-goldenen Kanzelaltar ausgerichtet ist, der für viele protestantische Kirchen der markgräflichen Lande vorbildlich geworden ist. Etwas Schmuck und Engelsseligkeit wurde nur am Orgelgehäuse zugelassen. An der Ostseite des Platzes liegt dreigeschossig unterm Mansarddach das Altstädter Rathaus (1731-36; Stadtmuseum). Wenn es auch weniger prunkvoll als das markgräfliche Opernhaus zu Bayreuth ausgefallen ist, so darf das 1715-18 errichtete und 1743/44 von Giovanni Paolo Gaspari im Zeitgeschmack neu ausgestaltete Markgrafentheater zu Deutschlands bedeutenden Theaterbauten des Rokoko gerechnet werden.

Wer mag, kann sich von Erlangen aus in westlicher Richtung über Herzogenaurach nach Münchaurach begeben oder nördlich von Herzogenaurach nach Hannberg. Münchaurach zeichnet sich durch ein ehemaliges Benediktinerkloster aus, das im 12. Jh. durch Graf Gozwin von Höchstadt und dessen Sohn, Hermann von Stahleck, gestiftet wurde. Das romanische Langhaus (12. Jh.) der Basilika blieb erhalten, Chor und Querschiff entstammen dem 15. Jh. Die in ihrer Substanz geschlossene Wehrkirchenanlage des 15. Jh. in Hannberg ist weithin sichtbar. Die Pfarrkirche Mariä Geburt und Katharina inmitten der Anlage wurde Anfang des 16. Jh. als Chorturmkirche errichtet, 1721 aber barock verändert (Langhaus, Westfassade).

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Mittelfranken 9

Fürth

Auch die Stadt Fürth lohnt einen Besuch. An vielen Stellen der Altstadt hat man den Eindruck, sich in einer typisch fränkischen Kleinstadt zu bewegen, zumal in den letzten Jahren und Jahrzehnten Fußgängerbereiche gestaltet und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Die heute mit Nürnberg zusammengewachsene Industriestadt hatte einst drei >Herren<, nämlich den Bamberger Fürstbischof (seit 1007), die Reichsstadt Nürnberg und die Ansbacher Markgrafen.

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Fürth – Grüner Markt

Besonders sehenswert ist die evangelische Kirche St. Michael, die 1349 erstmals erwähnt wurde. Die ältesten Teile liegen noch im romanischen Langhaus, um 1400 entstand der Turm als Wehrturm, erst 1485 wurde der Ostchor eingewölbt. Im reichen Tympanon am Westportal finden sich unter anderem die Bamberger Heiligen Heinrich und Kunigunde. Das Sakramentshaus von 1507 lässt an dasjenige in der Nürnberger Lorenzkirche denken. Das Rathaus (1840-50) im Stadtzentrum erinnert mit seinem 55 m hohen Turm deutlich an den Renaissancestil des Palazzo Vecchio in Florenz. Der Nordflügel entstand ebenfalls 1840-50 nach Plänen des Münchner Architekten Friedrich Bürklein.

Das Stadttheater stammt aus den Jahren 1901/02 und wurde von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer – zwei Wiener Architekten – konzipiert. Mit dem Stadttheater korrespondiert die klassizistische Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau, die 1825-29 entstanden ist. In einem ehemaligen jüdischen Wohnhaus (17./18. Jh.) wurde das Jüdische Museum eingerichtet (Königstr. 89). Der Eingang zum alten jüdischen Friedhof befindet sich an der Schlehenstraße (im Westen der Altstadt). Fürth ist die Geburtsstadt des Autors Jakob Wassermann (1873-1934), des Theologen Wilhelm Löhe (1808—72) sowie der Politiker Ludwig Erhard (1897-1977) und Henry A. Kissinger (geb. 1923).

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Mittelfranken 8

Das Spielzeugmuseum (Karlstr. 13; nahe St. Sebald) bietet hinter einer Renaissancefassade (um 1610) unter anderem die Entwicklung des Nürnberger Tandes, der heute wie einst durch die Lande geht. Ob das Holzspielsachen oder Puppenküchen reichster Ausstattung, Bilderbogen oder Dampfmaschinen sind, die Jugendsehnsucht mancher Epoche liegt hier vor dem Betrachter jeden Alters.

Im Stadtmuseum (zwischen der Burg und St. Sebald) lernt man gleich ein prächtiges Bürgerhaus, das Fembohaus (Burgstr. 15) kennen. Das 1591-98 für den Kaufmann Philipp Oyrl errichtete Haus barg im 18. Jh. die berühmte Landkartendruckerei von Homann, die im 19. Jh. von der Familie Fembo weitergeführt wurde. Heute lädt es zu einem gemächlichen Rundgang durch über 30 Räume, ausgestattet mit Mobiliar und Bildern aus drei Jahrhunderten, ein. Einen Blick werfe man auch in den malerischen Innenhof, auf die Stuckdecken des Donato Polli von 1734/35(1. Stock) und des Carlo Brentano um 1674 (2. Stock).

Zwischen Luitpoldstraße, Frauentormauer und Königstraße öffnet sich hinter einer langen, geschwungenen Glasfront das moderne Museum für Kunst und Design der Gegenwart, ein Gebäude, das nicht nur für Design-, sondern auch für Architekturliebhaber von Interesse ist. Das Bauwerk entstand 1996-99 nach einem Entwurf von Volker Staab. Industriegeschichte zeigt das 1988 gegründete Museum Industriekultur (Äußere Sulzbacher Str. 62, 2 km östl. des Stadtzentrums), sowohl was die Ausstellungen als auch was das Gebäude – eine ehemalige Fabrikhalle – anbelangt. Ein bemerkenswerter Industriebau ist der 1901-04 errichtete Ziegelbau des Gaswerks an der Sandreuthstraße (2 km südöstl. des Stadtzentrums), der mit der modernen Anlage des Heizkraftwerks (1987) korrespondiert.

Im Unterschied zum Fembohaus stehen die Nürnberger Bürgerhäuser meist mit der Traufseite zur Straße, Eckhäuser ausgenommen, die dann reiche Giebel zeigen wie Weinmarkt Nr. 2 (gotisch; 14./15. Jh.) und Burgstraße 15 (Renaissance; 1592-96). Wervermögend war, ließ vielleicht ein Chörlein (Erker) oder Hauszeichen anbringen oder zeigte seinen Reichtum in den Stuben oder im Innenhof. Einen besonders schönen Hof mit reicher Balustrade hat das Peilerhaus (Egidienplatz 23), das nach schwerer Kriegszerstörung teilweise aufgebaut und mit dem angrenzenden Neubau von Stadtarchiv und -bibliothek verbunden wurde.
Bescheidenere, aber durchweg gediegene Bürgerhäuser findet man in der Oberen Wörthstraße als Partie viergeschossiger Häuser des 16./17. Jh., der Bergstraße (zwischen Dürerplatz und Oberer Schmiedgasse) und schließlich in der Adlerstraße (südlich der Karlsbrücke).

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St. Egidienkirche in Nürnberg

Die evangelische Pfarrkirche St. Egidien geht auf eine 1150 gebaute romanische dreischiffige Pfeilerbasilika zurück, deren Chor und Sakristei 1429-33 neu errichtet wurden. Nach einem verheerenden Brand 1696, den nur Chor, Sakristei, Querschiff und Kapellen leidlich überstanden, erstellte Johann Trost 1711-18 auf den alten Mauern einen Neubau, den sein Sohn Gottlieb zu Ende führte. Die Stückarbeiten des Donato Polli nahmen der Klassizistik des Predigtsaals etwas von seiner Strenge. Die äußere Strenge nahmen die beiden Trost durch die barocke Gestaltung der westlichen Doppelturmfassade. Der zweigeschossige Unterbau der Glockentürme zeigt eine toskanische Pilasterordnung, die über dem Attikageschoss frei aufsteigenden Türme weisen eine jonische Pilasterordnung auf.

Saalraum und Querhaus besitzen als Schmuck nur leichten Stuck und an der südlichen Querschiffwand das ehemalige Hochaltarbild der Beweinung Christi, eine Werkstattwiederholung um 1630 des Berliner Originals des Antonius van Dyck. An der Ostwand des Chors sind zwei Bronze-Epitaphe des Augsburger Bischofs Christoph von Stadion (gest. 1543) eingelassen, die in der Hütte des Hans Vischer gegossen wurden. Reicher ausgestattet sind die an der Südseite stehenden Kapellen, die älter als der Barockbau sind. Die Wolfgangkapelle besitzt seit 1437 Netzrippengewölbe und Westempore. Aus der gleichen Zeit stammt ein beschädigtes Relief mit der Kreuzigung über dem Westportal. Rechts der Grablegungsnische von 1446 befindet sich ein Epitaph mit der Beweinung Christi, von Paulus Vischer 1522 signiert. An der Ostwand hängen zwei Reliefs mit der Verkündigung Mariens von einem verlorenen Flügelaltar aus der Werkstatt des Veit Stoß, bez. 1514. In der Euchariuskapelle, einer zweischiffigen, 1220-30 umgebauten Halle, sind drei gemalte und fünf aus Bronze gegossene Epitaphien zu besichtigen. In der Tetzelkapelle, um 1345 erbaut, ragt als Werk des Adam Krafft von 1503 das Landauersche Epitaph aus Sandstein mit einer Krönung Mariens hervor. Überraschend jedoch ist der Anblick von 50 Totenschilden für Mitglieder der Patrizierfamilie Tetzel, die vom schlichten Setzschild des 14. Jh. bis zum Barockschild von 1736 reichen.

Östlich von St. Egidien kann man mit dem Läufer Schlagturm noch einen Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, mit dem Tucher-Schlösschen ein weiteres Patrizierhaus der Renaissance ansteuern (Wiederaufbau 1967-69; Hirscheigasse 9). Der berühmte Hirsvogel-Saal (1534), benannt nach dem Auftraggeber, ist restauriert in ein Gartengebäude hierher zurückgekehrt. Angrenzend folgen die Institutsgebäude der Universität Erlangen-Nürnberg. Das ehemalige Dominikanerinnenkloster St. Katharina (um 1300) südlich der Pegnitz war einst Versammlungsort der Meistersinger, aber die Ruine der Klosterkirche steht heute noch als Denkmal der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nördlich der Katharinengasse und dient nun als Ort für moderne Musikveranstaltungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden in Nürnberg 1945-46 die Nürnberger Prozesse im Gerichtsgebäude an der Fürther Straße statt. Hier sollten 21 Hauptkriegsverbrecher einer Strafe zugeführt werden. Zwölf von ihnen wurden hingerichtet. Im Schwurgerichtssaal 600 werden Führungen zum Thema angeboten. Seit 1927 hatte die NS-Partei in Nürnberg ihre Parteitage abgehalten, und zwar am Zeppelinfeid mit seiner Tribüne. Aus der NS-Zeit blieb auch die nahe gelegene Kongresshalle übrig, die dem römischen Kolosseum nachempfunden und für Parteiveranstaltungen gedacht war. Unter anderem mussten KZ-Häftlinge für diese Symbole der größten Unmenschlichkeit Zwangsarbeit leisten. Das Gebäude wird als Mahnmal eines beispiellosen Größenwahns erhalten bleiben und ist inzwischen teilweise als Dokumentationszentrum umgestaltet.

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Mittelfranken 7

Gleich links vom Englischen Gruß (im Chor hängend) steigt das Sakramentshaus 20 m hoch an einem Chorpfeiler in die Höhe, von Adam Krafft und seinen Gesellen auf Bestellung des Hans Imhoff d. Ä. 1493-96 aus Vacher Sandstein gemeißelt. Erstaunlich ist, was aus der einfachen Mauernische zur Aufbewahrung der Hostien gemacht worden ist. Diese einzigartige Fiale, feingliedrig bis zum Zerbrechen, ist in vier Stufen aufgebaut. Der Sockel mit der feinen Balustrade des Umgangs um den Pfeiler wird von drei tief gebeugten Figuren getragen, dem Meister und seinen beiden Gesellen, lebensgroß, bärtig, den Steinmetzklöppel in der Hand. Über dem Umgang öffnet sich das Weihbrotgehäuse nach Norden, Westen und Süden, außerhalb des Gottesdienstes durch drei doppelflügelige Gittertüren von 1496 verschlossen. Die Baldachinfiguren von Adam Kraft stellen Gabriel und Maria, Moses und Jakobus d. J. dar. Darüber stehen zwischen den sich verjüngenden Streben und Fialen, aus denen Dorngestrüpp und Blattwerk wuchern, übereinander die Darstellungen von Christi Leiden, Tod und Auferstehung.

Die Figur des Paulus ist nur eine Ergänzung zum Zyklus der Apostelfiguren, die 1380-90 geschaffen und nach dem Chorneubau unter gotische Baldachine gestellt wurden. Rund hundert Jahre früher ist Nürnbergs älteste monumentale Steinfigur, eine lebensgroße Madonna mit Kind geschaffen worden. Erst 1360 wurden zu dieser Madonna die Hl. Drei Könige gesellt, die der Meister der Lorenzer Anbetung unter dem Einfluss der Parler-Werkstatt zu Schwäbisch Gmünd geschaffen hat.

Aus der Fülle der Altäre seien nur die wichtigsten genannt. Der Hochaltar mit dem Kruzifixus, den Veit Stoß um 1500 ganz in der Art des spätgotischen Schmerzensmannes gegeben hat, wurde 1824 von St. Sebald nach St. Lorenz überführt. Sehen sollten Sie auf jeden Fall nach den Krellschen Altar in der Mittelkapelle des Chorumgangs, auf dem ein unbekannter Nürnberger Buchmaler um 1483 die älteste Ansicht der Reichsstadt hinterlassen hat (S. S. 11).

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Tugendbrunnen in Nürnberg

Der Deocarus-Altar im Nordteil des Chors, 1436/37 von Andreas Volckamer und seiner Frau Margarethe, geb. Haller, gestiftet, behaust im Schrein unten Deocarus mit sechs Aposteln, darüber Christus mit sechs Aposteln, von einem unbekannten Schnitzer gearbeitet. Die Flügelbilder zeigen u. a. Kaiser Ludwig den Bayern, der die Reliquien des Deocarus, Abt des Klosters Herrieden und Beichtvater Karls des Großen, an die Nürnberger Geistlichkeit übergibt. Gleich rechts davon steht der Johannes-Altar, eine Stiftung der fmhoffs um 1520, ein Altar der Frührenaissance mit typischen Delphin-Grotesken im Giebel, dessen Fenster einen segnenden Christus birgt. Darunter flankieren Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist eine Nische mit Reliquien aus St. Gereon in Köln. Diese Figuren und die beiden Leuchterengel, die auf kühn gedrehten Säulen stehen, stammen von einem Schnitzer, der bei Veit Stoß gelernt hat. Die Abendmahlsgruppe in der Predella hingegen wurde zwischen 1410-20 in Ton gebrannt. Um den Imhoff-Altar, eine Stiftung des Konrad Imhoff von 1420, zu sehen, muss man die Imhoff-Empore im nördlichen Seitenschiff aufsuchen. Es handelt sich um eine feine Arbeit aus der Stiftungszeit, mit einer Marienkrönung auf der Mitteltafel.

Nahe dem Nordturm von St. Lorenz, am Schnittpunkt wichtiger Straßen, steht der Tugendbrunnen, den der Rotgießer Benedikt Wurzelbauer 1585-89 goss. Da der Brunnen nachts beleuchtet wird, kann man rund um die Uhr die Tugenden in drei Stockwerken bewundern, die dem Nürnberger Rat wichtig erschienen: Liebe, Großmut, Tapferkeit, Glaube, Geduld, Hoffnung und, bekrönend, die Gerechtigkeit mit Waage und einem Kranich, dem Zeichen der Wachsamkeit. Gegenüber befindet sich das Nassauer Haus, dessen Keller, Erd- und erstes Obergeschoss noch dem 13. Jh. angehören. Die Obergeschosse mit dem reizenden Chörlein ließ der Bürger Jobst Haug ab 1421 aufmauern, die Steinbalustrade von Ulrich Ortlieb aufsetzen und mit dem Wappen des Papstes, des Königs, der sieben Kurfürsten und der Reichsstadt schmücken.

Gehen wir die Königstraße hinunter, so steht rechter Hand an der Ecke zum Kommarkt das Kornhaus bei St. Lorenz, die Mauthalle. Das mächtige Gebäude, das im Untergeschoss bis 1672 das reichsstädtische Waagamt beherbergte, baute 1498-1502 der Stadtbaumeister Hans Beheim. Auf dem massigen Erdgeschoss, das durch gotische Bogen geöffnet ist, erheben sich zwei Steingeschosse mit gekuppelten Fenstern unter einem sechsstöckigen Dach, dem Kornspeicher. Als Akzent der langen Südseite tritt ein fünfstöckiger Ladeerker an die Front.

Zur Kartäusergasse hin wurde 1993 das hier anrainende Germanische Nationalmuseum erweitert. Im selben Jahr entstand auch die dortige Straße der Menschenrechte von Dani Karavan als Gegenmonument zu dem Bild von Nürnberg als > Stadt der Reichsparteitage< in der NS-Zeit.

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