Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 2

Weißenburg

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Ellinger Tor zu Weißenburg

Kommt man von Ellingen auf Weißenburg zu, dann weist das mittelalterliche Ellinger Tor den Zugang zur Stadt. Gebaut wurde das Tor im 14. Jh. samt weiterer Tore und zahlreicher Wehrtürme, als das erweiterte Weißenburg ummauert wurde (14./15. Jh.). Dank ihrer Kaisertreue hatte die Stadt zunehmend Vorrechte erhalten und von Ludwig dem Bayern den Reichswald geschenkt bekommen, den Grundstock ihres Wohlstands. Kaiser Karl IV. bestätigte alle Rechte und gab 1377 der Reichsstadt eine Verfassung nach Nürnberger Muster. Die erste Ansiedlung ist jedoch weitaus älter. Im weiten Becken hatten bereits die Römer das Kastell Biriciana errichtet. Der südwestdeutsche Limes wurde ab der Mitte des 2. Jh. n. Chr. ange-legt. Das Nordtor des Kastells (nach 270 zerstört) ist rekonstruiert worden, die Thermen, ein großes Militärbad, wurden freigelegt und sind als Museum zugänglich. Die Bodenfunde – vor allem der 1979 entdeckt römische >Schatz<, der bei den Alemanneneinfällen vergraben wurde (nach 233) – sind in einem Zweigmuseum der Prähistorischen Staatssammlung zu finden (Dr.-Martin-Luther-Platz 3).

Die Altstadt Weißenburgs wird von der Andreaskirche beherrscht, die neben ihrem gotisch hochstrebenden Ostturm (1520) noch einen niedrigen Nordturm besitzt. Den Haupteingang krönt ein Tympanon um 1430. Vom 1327 vollendeten Langhaus wendet sich der Chor aus der Zeit um 1440 leicht zur rechten Seite hin. Wertvoller als die spätgotischen Altäre ist ein romanisches Vortragekreuz, das zum Kirchenschatz gehört. Unter den Ölbildern fällt ein Confessiobild von 1606 auf, das rechts unten Kurfürst Johann von Sachsen zeigt, wie er 1530 Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag die Bekenntnisschriften überreicht. Weißenburgs Abgesandter ist am weiß verbrämten Pelzmantel zu erkennen. Dargestellt werden im Mittelteil geistliche Handlungen wie Abendmahl, Taufe, Beichte, Predigt, Trauung, Christenlehre und auch das Musizieren der Chorschule. Auf den Flügeln stehen sich die Schilderung der Feier des Passahmahls und die des letzten Abendmahls Jesu gegenüber.

Das gotische Rathaus der Reichsstadt, ein Sandsteinquaderbau (Marktplatz), wurde 1470-76 errichtet und im 16. Jh. durch einen Archivturm ergänzt. In der Luitpoldstraße prunken stattliche Häuser mit barocken Fassaden, während das ehemalige Karmelitenklo- ster mit seiner Kirche eher schlicht gehalten ist (beide im Kern 14. Jh.). Im Chor der Kirche wurde ein gotisches Fresko mit der seltenen Darstellung der hl. Kümmernis freigelegt. Am Denkmal für Kaiser Ludwig (1903) vorbei erreichen wir die Stadtmauer und ihr schönstes Teilstück am Seeweiher. Der Weg führt an bewohnten Tür-men entlang zur Frauentorstraße, danach zurück in die Altstadt und zum ehemaligen Augustinerinnenkloster (im Kern 13. Jh., Umgestaltungen bis ins 19. Jh.; Friedrich-Ebert-Str. 18). Den Turm der nahen Spitalkirche (Friedrich-Ebert-Str.), dessen Untergeschoss aus der ersten Stadtbefestigung stammt, hat Gabriel de Gabrieli gestaltet. Die Kirche aus dem 15. Jh. wurde 1729 barock umgebaut.

Südwestlich gelegen und etwa 200 m über der Stadt erhebt sich auf dem Wülzburger Berg die gleichnamige Renaissancefestung Wülzburg, ein einzigartiges Denkmal der Festungsbaukunst des späten 16. Jh. Zuvor stand dort ein im 11. Jh. gegründetes Benediktinerkloster. Markgraf Georg säkularisierte den geistlichen Besitz und richtete 1537 eine weltliche Verwaltung ein. Markgraf Georg Friedrich ließ 1588 an der südöstlichsten Spitze der Markgrafschaft Ansbach eine Festung nach dem italienischen Bastionsystem und dem Vorbild der Plassenburg bauen, trotz des heftigen Protests der Nachbarn, der Deutschordenskommende Ellingen, der Reichsstadt Weißenburg, der Grafschaft Pappenheim und des Fürstbistums Eichstätt. Für sie war die von Georg Berwart d. Ä. und seinem Sohn Blasius errichtete Festung ein Pfahl im Fleisch. Da sie aus Geldmangel noch nicht vollendet war, konnte Tilly sie 1631 einnehmen. Bis Kriegsende blieb sie in der Fland der kaiserlichen Truppen, die alle Blockaden überstanden und die Stadt Weißenburg beschossen. Der alte Schlossbau wurde durch einen Brand zerstört, »weil der Köchin das Schmalz in der Pfanne brennend worden«; er wurde nach 1659 wieder aufgebaut. Die Festung kam 1791 an Preußen, 1802 an Bayern, war unter anderem Kaserne und Kriegsgefangenenlager.

Der zweiflügelige Hauptbau des Schlosses öffnet sich zu einem breiten Platz mit einer großen Zisterne (1825-30). Die Anlage wird von mächtigen Bastionen und einem architektonisch reich gegliederten Schlosstor umgeben und bildet in ihrem Grundriss ein Fünfeck.
Westlich der Wülzburg liegen der Limes oder der Ort Nennslingen mit seiner mittelalterlichen Kirchhofmauer und der Marienkirche des 15. Jh. sowie in südlicher Richtung das Altmühltal, wo sich ein Ausflug in die Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt anbietet. Oder man begibt sich von dort aus nordöstlich nach Greding und damit wieder nach Franken (das man vor Eichstätt verlässt), denn Mittelfranken reicht bis Greding. Die Geschichte der Stadt, die heute noch eine sehr gut erhaltene Stadtbefestigung der Wende vom 14. zum 15. Jh. besitzt, beginnt mit einem Königshof, der 1064/65 erstmals urkundlich erwähnt wird. Am Marktplatz kann das barocke Rathaus von 1699 (Nr. 11) oder an der Ecke zur Nürnberger Straße das Fürst-bischöfliche Schloss von 1696 bestaunt werden sowie am Kirchberg die Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä., ein Saalbau der Jahre 1725-27. Höhepunkt aber ist die ehemalige Pfarr- und jetzige Friedhofskirche St. Martin mit der sich anschließenden Michaelskapelle aus dem 12. Jh., die im Untergeschoss ein Beinhaus beherbergt. In der Kirche St. Martin haben wir eine Basilika vor uns, die ebenfalls aus dem 12. Jh. stammt (die Turmuntergeschosse sind sogar aus dem 11. Jh.) und sich an der höchsten Stelle der Altstadt erhebt, dort, wo der alte Siedlungskern zu suchen ist. Sie enthält ganz ursprüngliche Wandmalereien, Heiligenfiguren des 14. Jh. und einen romanischen Taufstein.

Direkt an der Altmühl, also südlich von Weißenburg, liegt Solnhofen, das durch seine Steinbrüche, den Plattenkalk und den berühmten Urvogel Archaeopteryx, dessen Versteinerung hier gefunden wurde, bekannt ist. Der Urvogel sowie andere Fossilien sind im Bür- germeister-Müller-Museum zu bewundern, das zum Rathaus gehört (Bahnhofstr. 8). Eine andere Besonderheit sind die Reste der Sola- Basilika mit dem Sola-Grab (Senefelder Str.). Der heilige Sola war ein angelsächsischer Mönch (gest. 794), aus dessen klösterlicher Ein-siedelei die im Jahr 819 geweihte Basilika entstanden ist. Von dieser 1783 abgetragenen Kirche sind außer der Tumba des Heiligen nur noch wenige Mauerteile erhalten und der evangelischen Pfarrkirche (1783-85) angegliedert. Die Gebeine des heiligen Sola gelten seit der Reformation als verschollen.

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