Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 3

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Pappenheim Altstadt, Altmühltal

Pappenheim

Nur wenige Kilometer flussaufwärts umschließt eine enge Schleife der Altmühl die Stadt Pappenheim, die 802 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen erstmals erwähnt wird. Pappenheim war der Sitz eines gleichnamigen Geschlechts von Reichsmarschäl- len, deren Aufstieg zur Zeit der Kreuzzüge begann und die durch ein von Marschall Gottfried Heinrich von Pappenheim im Dreißigjährigen Krieg geführtes Kürassierregiment in Schillers >Wallenstein< noch zu nachträglichem literarischen Ruhm gelangen sollten: die »Pappenheimen. Das Grafengeschlecht hat der Stadt ihren Residenzcharakter gegeben. 1806 kam Pappenheim an Bayern.

Die den Ort überragende Burg, die seit dem Dreißigjährigen Krieg verfallen ist, wurde bereits im 11. Jh. begonnen und später erweitert. Zu den ältesten Teilen zählen der Bergfried und die Überreste der Burgkapelle. Die erhaltenen Teile der Stadtbefestigung stammen aus dem 14./15. Jh., wobei allerdings von ehemals drei Toren nur noch ein Stadttor, das Obere Tor (Klosterstr.), vorhanden ist. Direkt daran schließen sich die Klosterkirche Heilig Geist und die Gebäude des ehemaligen Augustinereremitenklosters an, das 1372 durch Heinrich von Pappenheim gestiftet wurde. Die Klostergebäude sind im 14. Jh. entstanden, wurden aber stark verändert; die Kirche wurde 1493 fertiggestellt. Der Hauptaltar ist eine Arbeit der Zeit um 1500. Gut erhalten ist auch das Chorgestühl aus dem 15. Jh. Viele Grab-denkmale der Pappenheim gehören zur Ausstattung der Kirche, die im Jahr 1700 zudem die Gruftkirche der Grafen wurde.

Am Marktplatz trifft man auf das Neue Schloss, eine Dreiflügelanlage der Jahre 1819/20, die kein Geringerer als Leo von Klenze entworfen hat. Das Rathaus entstammt in seinem Kern dem späten 16. Jh. Nur um die Ecke, nämlich in der Graf-Karl-Straße, stehen die evangelische Pfarrkirche St. Marien (1476), die ebenfalls Grabmale der Pappenheim enthält, und das Alte Schloss, das im 16. Jh. erbaut, aber danach verändert wurde. Der Schlosspark zur Altmühl hin war im 19. Jh. als englischer Park angelegt worden.

Außerhalb der Altstadt und auf der anderen Altmühlseite gelegen, findet sich an einem bis aufs Mittelalter zurückgehenden Friedhof das älteste Bauwerk der Stadt, die dreischiffige Kirche St. Gallus (Dechantshof). Wahrscheinlich wurde sie bereits im 9. Jh. errichtet; im 13.-15. Jh. wurde sie erweitert. Der Name deutet darauf hin, dass das besagte Kloster St. Gallen in dieser Gegend Besitztümer hatte. Neben den Fresken des 14./15. Jh. sind der spätgotische Flügelaltar (vor 1520), das Sakramentshäuschen (1486) und das Gestühl aus dem 15. Jh. bemerkenswert.

Schon im Mittelalter lebten Juden in Pappenheim, die unter dem Schutz der Marschälle standen. An der Bürgermeister-Ruckwid- Straße (die gegenüber von St. Gallus zur B 2 führt) befinden sich zwei jüdische Friedhöfe, wobei der Friedhof rechts von der Straße aus dem 12. Jh. ist und als einer der ältesten in Europa gilt.

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