Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 4

Dinkelsbühl

dinkelsbuehl-frankenland

 Die ehemalige Reichsstadt Dinkelsbühl

Westlich von Weißenburg und Gunzenhausen und dem bei Wassersportlern beliebten Fränkischen Seenland liegt Dinkelsbühl. In der Niederung und an einer Furt über die Wörnitz entstand die Siedlung eines legendären Dingolt, auf den man den Ortsnamen zurückführt (928 als Oppidum bezeugt). Der Name könnte aber auch auf den Dinkel-Anbau zurückgehen. Im 12. Jh. geriet Dinkelsbühl in die Hand der Staufer. Seit 1335 war die Stadt eine freie Reichsstadt.

Dinkelsbühl besitzt heute noch einen unversehrten Mauerring (mit 18 Türmen), der im 14. und 15. Jh. angelegt wurde, und einen kaum angetasteten Häuser- und Straßenbestand. Vier Tore sind zu sehen: das Wörnitztor im Osten (13./14. Jh.), das Nördlinger Tor im Süden (vor 1425), das Segringer Tor im Westen (1655) und das Rothenburger Tor im Norden (vor 1390).

Vom Marktplatz aus kann man in die leicht geschwungenen Straßenzüge hineinschauen, in denen die Fachwerkhäuser überwiegen. Zu besehen sind die frühere Ratstrinkstube (Segringer Str. 2), ein dreigeschossiger Bau mit hohem Staffelgiebel aus der Zeit um 1600; die Schranne (Weinmarkt 7), ein Steinbau mit zierlichem Renaissancegiebel aus dem 17. Jh., in dem alljährlich die >Kinderzeche< aufgeführt wird; oder dazwischen das Deutsche Haus (Ende 16. Jh.; Weinmarkt 3), der vielleicht schönste fränkische Fachwerkbau, schräg gegenüber von St. Georg. Über dem sandsteinernen Sockel kragen drei Obergeschosse vor, die einen mächtigen dreistöckigen Giebel tragen. Reiches Schnitzwerk überzieht die Balken, die von Schnitzfiguren gestützt erscheinen.

Nun betreten wir die Stadtpfarrkirche St. Georg (1448-99). Die Stadt setzte ihren Ehrgeiz daran, für die große Hallenkirche auch den bekanntesten Architekten zu bekommen. Nikolaus Eseler, der seit 1446 in Nördlingen St. Georg baute, wurde dafür gewonnen; sein Sohn Nikolaus löste ihn 1463 in der Bauleitung für die großzügige Anlage mit ihren rund 77 m Länge ab. Beim Westturm wurden die romanischen Untergeschosse (ab 1220) und die frühgotischen Mittel-geschosse vom Vorgängerbau übernommen; das Glockengeschoss wurde Anfang des 16. Jh. aufgesetzt, das Oktogon 1550. Ein Turmstumpf (1469) an der Chornordseite beweist, dass man einen Campanile im Sinne hatte, doch war die finanzielle Kraft um 1500 erschöpft. Mit dem Westturm blieb auch das hervorragende romanische Westportal erhalten.
Die äußerlich schlichte Kirche überrascht im Innern durch die im hellen Licht stehenden Pfeiler. Langhaus und Chor bilden eine Einheit aus zehn Jochen; die Seitenschiffe sind um den Chor herumgeführt. Geblieben sind das hohe zierliche Sakramentshäuschen am Aufgang zum Chor, das der Ratsbürger Konrad Kurr und seine Ehefrau 1480 aufrichten ließen, sowie die zierliche Kanzel und der Taufstein aus derselben Zeit. Der Hochaltar hat zwar nun ein neugotisches Gehäuse, doch bewahrt dieses eine spätgotische Kreuzigungstafel. Die neugotischen Seitenaltäre des hl. Sebastian und des hl. Kreuzes enthalten noch spätgotische Teile. Die Holzfiguren des Dreifaltigkeitsaltars sind Arbeiten des 15./16. Jh.; der Ziboriumaltar im Chorumgang wurde um 1490 gefertigt.
ln Richtung Wörnitzer Tor gelangt man zum Alten Rathaus (Altrathausplatz 14), einem Quaderbau des 14. Jh., der im 16. Jh. erweitert wurde. Auf der anderen Seite des nahen Ledermarkts befindet sich das ehemalige Karmelitenkloster (Klostergasse 1), eine Dreiflügelanlage der Jahre 1700-22. Die Kirche des Klosters wurde 1840-43 durch die evangelische Stadtpfarrkirche ersetzt. Folgt man der Klostergasse weiter, so stößt man an der Föhrenberggasse (Nr. 30) auf das alte Deutschordenshaus – den früheren Stadtsitz des Deutschen Ordens eine Vierflügelanlage mit einem dreiteiligen, schlossähnlichen Mittelbau, die 1752-64 von Matthias Binder errichtet wurde.

Anschließend geht es die Föhrenberggasse entlang auf die Segrin- ger Straße und das Neue Rathaus (18. Jh.) zu, um hinter dem Rathaus links in die Koppengasse einzubiegen, die uns zum alten Kornhaus (1508) der Stadt führt. Rechts davon, im Kapuzinerweg, befinden sich das ehemalige Kapuzinerkloster (im Kern 17. Jh.) und seine Kirche von 1624. Wiederum rechter Hand gelangt man über den Russelberg und die Russelberggasse direkt zum Heilig- Geist-Spital (mit dem Heimatmuseum), das bereits um 1280 begründet wurde und dessen alte Bausubstanz aus dem 14.-18. Jh. stammt. Die evangelische Spitalkirche entstand ab 1380 (bis ins 16. Jh.; barockisiert).

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