Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 6

Schloss Schillingsfürst

Die heutige Anlage ist drei früheren Burgen nachgefolgt, die in verschiedenen Kriegen zerstört wurden, so etwa im Bauernkrieg (1525) und im Dreißigjährigen Krieg (1632). Danach waren Frankenheim (Name der Talsiedlung) und Schillingsfürst (Siedlung um die Burg) so entvölkert, dass die Hohenlohe Siedler mit Vergünstigungen anlockten; sie erhielten z. B. 1757 unentgeltlich Land und Bauholz sowie Steuerfreiheit bis ins dritte Glied.

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 Hof des Schlosses Schillingsfürst

Das bergbeherrschende Schloss, das aus der Ferne wie eine Festung erscheint, wurde 1705-40 hauptsächlich von dem Architekten Louis Remy de la Fosse errichtet. Als Vorbild für die Dreiflügelanlage nahm er das alte Stadtschloss in Madrid. Vorbei an Häusern des 17.-18. Jh. (z. T. die Wirtschaftsgebäude) gelangt man über eine steinerne Brücke (18. Jh.) vor ein prächtiges französisches Schmiedeeisen-Gitter (18. Jh.), das den stillen Ehrenhof abschließt. Aus dem hellgelben Verputz treten die Portal- und Fenstersteine aus gelbem Sandstein nur wenig hervor. Beim fünfachsigen Quergebäude ist die Mittelachse durch flankierende Sandsteinpilaster hervorgehoben, durch einen Balkon im zweiten Obergeschoss markiert und durch einen wappenbesetzten Bogen in der Dachregion gekrönt.

Die Treppenhäuser und die großzügig bemessenen Innenräume, alle an Gängen gelegen, die um den Hof ziehen, tragen feinen, unaufdringlichen Stuck. Im Oberstock befinden sich einige sehenswerte Räume. Hervorzuheben sind der Rote Salon mit einem prächtigen weißen Porzellanofen und der Gobelinsalon mit zwei französischen Gobelins. Unter den Räumen, die mit der Einrichtung ihrer Bewohner unverändert belassen wurden, sind einige mit historischen Persön-lichkeiten verbunden. Das im Geschmack des Biedermeier mit klassizistischen Zügen eingerichtete Schlafzimmer gehörte der Prinzessin Chariclee Ypsilanti (gest. 1912), deren Vorfahre Aleksandros d. J. (1792-1828) zu den Anführern des griechischen Aufstands gegen die Türken 1821 zählte und im Exil zu Wien starb. Unberührt blieb das Zimmer des Kurienkardinals Gustav Adolf Prinz zu Hohenlohe- Schillingsfürst (1823—96), der auf dem Ersten Vatikanischen Konzil (1870) zu den entschiedenen Gegnern des Unfehlbarkeitsdogmas gehörte. Er war der Mäzen des Virtuosen und Komponisten Franz Liszt (1811-86). Der Kardinal setzte seinem Freund ein Denkmal (nach 1900) in dem an den Hofgarten (frühes 18. Jh.) sich anschließenden Kardinalsgarten (um 1870/80).

In der Stadt unterhalb des Schlosses steht die Kreuzerhöhungskirche, ein Saalbau der Jahre 1677-83 (Turm von 1835). Das angefügte ehemalige Franziskanerkloster wurde im 18. Jh. errichtet.

Unweit der Stadt (südöstlich) liegt Kloster Sulz, ein ehemaliges Prä- monstratenserinnenkloster, dessen Gebäude aus dem 14. Jh. noch erhalten sind. Von Schillingsfürst aus stößt man bei Rothenburg o. d. Tauber wieder auf die Romantische Straße, die über Tauberbischofsheim weiterverfolgt werden kann. Über Burgbernheim kommt man an die südlichen Ausläufer des Steigerwalds und auf Bad Windsheim zu. Burgbernheim, schon 742 als karolingisches Königsgut erwähnt, wird vom Kappelberg geprägt. An der steilen Hanglage erheben sich die evangelische Stadtpfarrkirche St. fohannis (Lang-haus 1876 neugotisch erweitert) mit ihrem romanischen Portal des 12. Jh. sowie die erhaltenen Reste der ehemaligen Kirchenburg aus dem 16. Jh.

Im näheren Umland von Burgbernheim kann man an die Quellen von Altmühl, Fränkischer Rezat und Aisch wandern oder den früheren Kurort Wildbad besuchen, dessen Blütezeit im 18. Jh. lag. Schon im Mittelalter als Mineralbad bezeugt, besticht es durch das kleine von Karl Christian Riedel im Auftrag von Markgraf Carl Alexander 1789 erbaute Schloss. Des weiteren gibt es hier ein Kurhaus (1718), ein Gasthaus (1621) und ein Badehaus (1864) zu sehen.

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