Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 7

Bad Windsheim

Die Siedlung, aus einem Königshof gewachsen, kam als Erstausstattung 741 ans Bistum Würzburg. Nach 1200 legte das Hochstift Würzburg den Ort zum Schutz einer Befestigung im Aischtal an. 1280 zur Stadt erhoben, war Windsheim ab 1433 freie Reichsstadt und wurde nach 1379 mit einem erweiterten Mauerring umgürtet. 1810 fiel Windsheim an Bayern; im 19. Jh. wurde die Befestigung abgebrochen. Eine erste Mineralquelle wurde 1897 entdeckt.

Die evangelische Stadtpfarrkirche (ehedem St. Kilian) ist ein Gebäude aus der Zeit nach 1400. Das Langhaus der Kirche, erst Mitte des 15. Jh. fertig gebaut, brannte 1730 aus. Unter der Leitung von Johann David Steingruber wurde eine Predigtkirche mit Doppelemporen in den Seitenschiffen errichtet, wobei man die alten Umfasungsmauern nutzte. 1739 wurde der im Mittelalter unvollendete Nordturm erhöht und in den Obergeschossen mit Pilastern und Säulen gegliedert. Der niedrig gebliebene mittelalterliche Südturm mit seinem achteckigen Kranzgeschoss wurde teilweise ins Rathaus ein-bezogen. Die Innenausstattung der Kirche stammt aus den Jahren des Wiederaufbaus im 18. Jh.

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Kornmarkt in Bad Windsheim

Das Rathaus, nach Plänen von Gabriel de Gabrieli 1713-17 gebaut, hat eine prächtige Fassade mit neun Achsen, wobei das Erdgeschoss von Arkaden durchbrochen ist. Die Durchfahrt in der Mittelachse ist von Doppelsäulen gerahmt, die Fassade von ionischen Kolossalpilastern gegliedert, die über zweieinhalb Geschosse reichen. Bad Windsheim besitzt eine Reihe guter Fachwerkbauten. Ein Höhepunkt spätmittelalterlicher Ständerbauweise ist der Städtische Bauhof (Holzmarkt 12; im Süden der Altstadt), ein kräftiger Bau der Jahre 1441/42 mit steilem Walmdach. Der Ochsenhof (der alte markgräfliche Getreidekasten, 1537) in der nahen Seegasse (Nr. 27), der im 17./18. Jh. mit einem neuen Dachstuhl ausgerüstet wurde, beherbergt das Heimatmuseum. Ebenfalls in der Seegasse befindet sich die evangelische Nebenkirche St. Maria am See, ein Saalbau, der um 1400 entstanden ist. Von der Seegasse aus gelangt man über den Weinmarkt zur Rothenburger Straße und damit zur Spitalkirche aus dem 14. Jh. (evangelisches Kirchenmuseum).

Das beliebte Fränkische Freilandmuseum zeigt von anderen Orten hierher versetzte, originalgetreu wieder errichtete Bauern- und Handwerkerhäuser aus verschiedenen fränkischen Landschaften und mehreren Jahrhunderten. Die Häuser sind vorzüglich restauriert und hübsch anzusehen; dennoch handelt es sich um eine fragwürdige Art der Denkmalpflege, weil es sicher besser wäre, die Gebäude in ihren Ursprungsorten zu belassen und dort zu schützen und zu pflegen.

Bevor man sich nach Uffenheim oder noch einmal in den Steigerwald begibt, bietet sich auch ein Abstecher in westlicher Richtung an, und zwar an der Aisch entlang (Aischtalradweg), die südwestlich von Bad Windsheim entspringt (nahe der Kreuzung der B 470 und der B 13). Ihr Name ist vermutlich keltischen Ursprungs und geht auf das Wort >eisko< zurück, das >fließendes Wasser< bedeutet und Fischreichtum verheißt, als wären damals schon die Aischgründer Spiegelkarpfen bekannt gewesen. Die Karpfenzucht beginnt im Aischgrund freilich erst im Mittelalter.

An der Burg Hoheneck (16./17. Jh.) vorbei und durch die Orte Ipsheim und Birkenfeld führt der Weg nach Neustadt an der Aisch. In Ipsheim sollte man es nicht versäumen, ein Kleinod aufzusuchen, nämlich ein barockes Weiherhäuschen aus dem Jahr 1733, das auf einem mittelalterlichen Burgstall errichtet wurde. Von der Pfarrkirche (1692; Westturm um 1400) aus folgt man dazu der nahen Schulstraße. In Birkenfeld hat vor allem die Kirche noch viel von ihrem ursprünglichen Charakter bewahrt, als Zisterzienserinnen hier anwesend waren. Das Kloster existierte seit dem Ende des 13. Jh., wurde aber mit dem Einzug der Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jh. aufgelöst. Die Kirche und die sich anschließenden Klostergebäude stammen in ihrem Kern aus dem 13./14. Jh.

Die Stadt Neustadt an der Aisch (Stadtrecht seit der ersten Hälfte des 14. Jh.) reicht in ihrer Geschichte bis auf einen im Jahr 741 erwähnten Königshof zurück. Für die Markgrafen bedeutete Neustadt ein wichtiges Verwaltungszentrum. 1810 fiel die Stadt an Bayern. Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptista bildet das kirchliche Zentrum. Die dreischiffige Hallenkirche entstand im frühen 15. Jh. Beachtenswert ist der spätgotische Altaraufsatz des Hochaltars. Die Reliefs, die das Leben Jesu zum Thema haben (Ölberg, Kreuzigung, Auferstehung und Abendmahl), sind nicht, wie früher angenommen, eine niederländische, sondern eine Nürnberger Arbeit, was neuere Forschungen belegen. Das Wohnhaus Kirchplatz 3 wurde um 1400 als Beinhaus mit einer Kapelle erbaut. Das Öber- geschoss wurde 1557 hinzugefügt.
Das weltliche Zentrum bildet der Marktplatz mit dem 1711-15 von Johann Georg Kannhäuser errichteten Rathaus, einem dreigeschossigen Bau, der durch seine Arkaden besticht. 1947 ist er im Inneren ausgebrannt. Das Alte oder Innere Schloss (Untere Schlossgasse) ist im 15. Jh. als Wasserschloss entstanden, wurde in späterer Zeit aber mehrfach verändert. Vom Neuen Schloss (Schlossplatz), das 1906 ebenfalls bei einem Brand zerstört wurde, blieb nur der Renaissance-Treppenturm erhalten. Von der Stadtbefestigung des 15. Jh. sind noch das Nürnberger Tor und sechs Mauertürme vorhanden.

Romanik ist im benachbarten Münchsteinach zu sehen (nördlich). Die ehemalige Benediktinerabtei wurde im 12. Jh. begründet und stand in Verbindung mit dem Schottenkloster in Regensburg, ja vielleicht sogar mit dem südirischen Kirchenzentrum und Königssitz Cashel. Neben der dreischiffigen Pfeilerbasilika sind noch einige Klostergebäude erhalten, etwa das Schlösschen (um 1520) oder das Torhaus (18. Jh.).

Über Dachsbach, das in Goethes Schauspiel >Götz von Berlichingen< Erwähnung findet und mit dem verbliebenen Wohnturm einer Wasserburg des 13. Jh. noch Mittelalter atmet, erreichen wir schließlich Höchstadt an der Aisch. Der 1003 erstmals genannte Ort (Stadt seit dem 14. Jh.) besitzt eine sehenswerte Pfarrkirche (St. Georg; im Kern 14. Jh.; 1728-30 barockisiert), einen Stadtturm des späten Mittelalters, ein hervorragend restauriertes Brauhaus von 1741 (Obere Brauhausgasse 6) und ein Schloss, das in seinen Anfängen aufs 13. [h. zurückgeht und von Johann Dientzenhofer 1713 umgestaltet wurde. Der moderne Anbau davor wirkt störend. Auf der Flussseite bestehen reizvolle Durchgänge unter den hohen Stützmauern des Schlosses. Die Alte Aischbrücke entstammt dem 17./18.Jh.

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