Von der Altmühl über die Frankenhöhe bis zum Steigerwald 8

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Würzburger Tor in Uffenheim – gesehen von der alten Post

Uffenheim

Uffenheim (nach dem Personennamen >Uffo<) liegt von Bad Windsheim aus in nordwestlicher Richtung und ist eine fränkische Siedlung des 6. Jh., die im 13. Jh. an die Hohenlohe kam, welche den befestigten, stadtähnlichen Ort 1378 aufgrund finanzieller Probleme an die Burggrafen von Nürnberg abgeben mussten. Uffenheim erhielt 1349 das Stadtrecht. Bis zur Eingliederung durch Bayern im Jahr 1806 blieb der Verwaltungssitz bei der Markgrafschaft Ansbach. Anders als die im letzten Krieg zerstörte evangelische Stadtpfarrkirche (Marktplatz), die 1953 durch einen historisierenden Neubau ersetzt wurde, enthält die evangelische Spitalkirche (Spitalplatz) noch historische Denkmäler. Um 1360 gebaut, 1710/11 durchgreifend geändert, besitzt die Kirche Emporen an drei Seiten. Während Altar und Orgel vor 1720 etwas derb von einem unbekannten Meister gearbeitet wurden, hatte schon 1610 Georg Brenck d. Ä. die gute Kanzel geschaffen.

Das ehemalige Schloss, an der Stelle einer 1462 abgebrannten Wasserburg erbaut, ist eine unregelmäßige Anlage mit Teilen aus verschiedenen Epochen: Der Torturm stand 1462, Südflügel und westlicher Nordflügel stammen aus der Zeit vor dem Westfälischen Frieden von 1648, der östliche Nordflügel wurde 1737-52 errichtet. Beim früheren Rathaus (Marktplatz 16) handelt es sich um einen turmartigen Bau mit vier Geschossen aus der Mitte des 18. Jh. Zur gleichen Zeit ist der von Johann David Steingruber entworfene, in die Treppe vor der >neuen< Pfarrkirche eingefügte Markgrafenbrunnen (1749) mit dem Relief zweier Adler entstanden.

Die Mauer der 1333-47 errichteten Stadtbefestigung ist bis auf wenige Durchbrüche erhalten, aber stark in Wohnhäuser verbaut worden. Das Ansbacher Tor (Ansbacher Str.), im Kern aus dem 14. Jh., bekam später ein Walmdach mit Reiter, das Außentor (Barba- kane) 1746/47 ein Fachwerkobergeschoss. Dem ebenfalls aus dem 14. Jh. stammenden Würzburger Tor (Würzburger Str.) wurde sein massives Obergeschoss mit Zwiebeldach und Laterne schon 1696 aufgesetzt.

Oberhalb von Uffenheim (nördlich) grüßt am Anstieg des Steigerwalds Schloss Frankenberg. Dieses Schloss wurde 1254 als Burg Vorderfrankenberg gegen die nur wenige hundert Meter entfernte Burg Hinterfrankenberg (um 1200) aufgerichtet, weil der Nürnberger Burggraf dem Bischof von Würzburg mit einer eigenen Burg Paroli bieten wollte. Das heutige Schloss Frankenberg erhielt sein Gepräge ab 1530 und wurde 1720 innen zu einer kleinen Residenz umgestaltet. Die Burg Hinterfrankenberg, die nur noch eine Ruine ist, versteckt sich idyllisch im Wald (nordöstlich).

Auf dem Wege nach Scheinfeld, das nordöstlich von Uffenheim liegt, lohnt sich ein Abstecher nach Ullstadt zum Schloss der Freiherren von Franckenstein, das von Johann Dientzenhofer 1718-25 anstelle einer Wasserburg gebaut wurde. Das stattliche, zweigeschossige Gebäude mit Mezzanin um einen engen Lichthof wurde 1747-50 auf Veranlassung des Bamberger Fürstbischofs Philipp Anton von Franckenstein durch Johann Michael Küchel um zwei Flügel erweitert, sodass ein wirkungsvoller Ehrenhof entstand. Die beiden Allegoriefiguren von Krieg und Frieden in den Nischen der Kopfbauten arbeitete 1750 Ferdinand Dietz, von dem auch die Trophäen und Wappenlöwen auf den Säulen des Abschlussgitters stammen.

Das Schloss im nahen Sugenheim geht auf eine spätmittelalterliche Anlage zurück und wurde 1844 im Tudorstil umgestaltet.
Über dem 795 erwähnten Ort Scheinfeld lag auf einer Bergzung die Burg Schwarzenberg, die 1385 von den Rittern (späteren Grafen) von Seinsheim erworben wurde. Nach ihr benannte sich eine Seitenlinie der Seinsheim, die 1670 gefürstet wurde und am Oberrhein, in Österreich und Böhmen begütert war: die Fürsten zu Schwarzenberg. Die durch einen Halsgraben gesicherte Burg brannte 1607 größtenteils ab. Der Neubau wurde 1607-18 von Vater und Sohn Jakob Wolff aus Nürnberg besorgt. Kommt man von Scheinfeld herauf, so entdeckt man im äußeren Schlosshof die 1646 erbaute Brauerei und Burgvogtei. Gegenüber wurde im späten 18. Jh. der lang gestreckte Beamtenbau errichtet. An der Südseite trutzt der mächtige, aus Rustikaquadern hochgezogene Schwarze Turm (1671-74). Vor ihm lagert die Schlosskapelle Hl. Drei Könige (1610-16).

Ein ausgedehnter Blick bietet sich von der zum Schloss erweiterten Burg auf die Stadt und den Steigerwald, ln Scheinfeld (Stadt seit 1415) drunten verdient die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt Erwähnung, ein Werk des Würzburger Baumeisters Johann Philipp Geigel aus den Jahren 1766-71. Durch Schloss Schwarzenberg verläuft der historische Kunigundenweg, der als Wanderweg gekennzeichnet ist und im Mittelalter eine Verbindung zwischen dem Hochstift Bamberg und seinen Besitzungen im unterfränkischen Aub war, mit welchen Kaiser Heinrich II. das von ihm gegründete Bistum ausgestattet hatte. Der Weg ist nach Kaiserin Kunigunde, seiner Gemahlin, benannt.

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